Wohlbefinden designen im Mittelstand | mit Dr. Magdalena Laib (Teil 2)

von CHRISTIAN THIELE

Warum und Wieso

Mehr Leistung, Motivation, Elan und Glück – in der Arbeit und im Leben.

Darum geht es in meinem Podcast. Für Führungskräfte und alle, die irgendwie in Verantwortung sind. 

In dieser Folge

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Wohlbefinden designen im Mittelstand | mit Dr. Magdalena Laib (Teil 2)

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[00:00:00] Christian Thiele: Jetzt habe ich eine Firma, wo irgendwelche Zylinderkopfdichtungen irgendwie gemacht werden müssen oder sonst wie. Was heißt denn dann positive User Experience? Auf der Schwäbischen Alb...

[00:00:15] Dr. Magdalena Laib: Also man muss ja immer unterscheiden Entweder gestalte ich die Technologie, also zum Beispiel ein Produkt, das du dann verkaufen möchtest oder du kannst auch den Einsatz von Technologie planen. Sagen wir mal, es geht jetzt darum, dass die Technologie gestalten möchten und möchten eine positive User Experience in Ihrem Produkt haben oder möchten vielleicht auch, dass die, die das Produkt fertigen, positive Erlebnisse haben. Und da kann ich jetzt eben schauen, mit welchen Technologien lasse ich die arbeiten und gucke mal adressieren, die zum Beispiel so was wie Sinn geben, die den Mitarbeitenden Kompetenz erleben? Zeigen die zum Beispiel auf, wer mit wem zusammenarbeitet? Also erzeugen vielleicht auch so ein Teamgefühl? Oder möchte ich, dass die Produkte, die gestaltet werden, eine positive User Experience haben. Dann muss ich mir erst mal anschauen, für wen gestalte ich eigentlich? Wer sind meine Nutzenden? Was haben die zum Beispiel für Bedürfnisse? Oder wenn wir ein bisschen praktischer denken wollen wo haben die denn positive Erlebnisse? Also sagen wir mal, ich arbeite in dem Kontext Montage. Dann habe ich vielleicht positive Erlebnisse, weil ich zu einem großen Produkt wie einem Lastwagen oder so beitrage. Also muss ich das ja irgendwie wissen. Ich muss ja irgendwie sehen, Wofür arbeite ich hier? Was passiert damit? Oder wem hilft es vielleicht, dass ich hier arbeite und das eben auf unterschiedlichen Ebenen zu berücksichtigen kann? Dann zu einem positiven Erlebnis, je nachdem entweder bei den Nutzenden oder auch bei den Mitarbeitenden beitragen.

[00:01:47] Christian Thiele: Es gibt Podcasts, die versprechen, dein Leben zu verändern. Falsche Baustelle. Das ist nicht dieser hier. Das ist nicht meiner. Grüß dich. Hallo. Moin. Moin. Was auch immer du sagst, zu Positiv führen. Das ist der Podcast von und mit mir Christian Thiele. Für Führungskräfte, die pragmatisch genug sind, um zu wissen, dass kein Podcast ihr Leben verändert, aber neugierig genug, um trotzdem zuzuhören. Du hast Verantwortung für Teams, für Projekte, für Abteilungen, möglicherweise für Menschen, die selbst wiederum Teams, Projekte, Abteilungen leiten. Oder bist für eine ganze Firma Organisation verantwortlich. Und was du von mir hier bekommst, sind keine Lebensmottos oder Kalendersprüche, sondern Werkzeuge aus der Forschung, aus der Praxis auf der Grundlage von positiver Psychologie und Positive Leadership und vor allem aus Gesprächen mit Menschen, die beides können, denken und tun. Du hast eben und oben schon Dr. Magdalena Laib gehört. Vielleicht hast du sie schon vor zwei Wochen gehört. In Folge eins diesen Monats. Magdalena Leib lehrt und forscht an der Hochschule der Medien in Stuttgart mit dem Schwerpunkt Wohlbefinden und Resilienz im Mittelstand. Sie ist da eingebettet am Mittelstand. Digital Zentrum. Fokus. Mensch, was ist das eigentlich? Was bedeutet das? Was bedeutet Well being design? Was bringt es? Darum ging es in Folge eins unseres Podcasts Gerne reinhören. Heute, nach dem Y und dem What? Geht's konkreter ums How? Welche Tools hat sie? Haben Sie an diesem Mittelstand Digital Zentrum, um Wohlbefinden zu stärken? Wie arbeiten Sie konkret mit Mittelständlern zusammen? Darum geht es in dieser Folge. Ihr habt ja so wunderbare Bedürfniskarten. Vielleicht zeigst du oder erklärst du mal eine und erklärst auch mal wann und wie kann man die einsetzen?

[00:04:02] Dr. Magdalena Laib: Genau. Also es gibt unterschiedliche Bedürfnismodelle. Es gibt Bedürfniskarten von der Gruppe von Marc Hassenzahl oder auch aus der Gruppe von des MIT und für Kinder von der TU Delft. Und mit dem Bedürfnis Modell haben wir jetzt gearbeitet. Das heißt, wir haben diese Bedürfnisse übersetzt und quasi versucht, Karten zu gestalten, die diese Bedürfnisse erläutern und auch so ein bisschen Inspiration geben durch entsprechende Bilder. Und zusätzlich haben wir eben noch mal versucht, diesen Gestaltungsansatz für Bedürfnisse ein bisschen klarer zu machen, indem wir Beispiele gebracht haben in sogenannten Inspirationskarten, wo wir Interaktionsbeispiele erklären und deutlich machen, welche Bedürfnisse hier wahrscheinlich adressiert werden und wie das Produkt das auch macht.

[00:04:46] Christian Thiele: Was wäre denn so ein Bedürfnis, was ich haben könnte? Oder was wären so ein paar Bedürfnisse?

[00:04:51] Dr. Magdalena Laib: Ja, also wenn wir jetzt zum Beispiel deine Fitnessuhr zum Beispiel nehmen, ist es ja ein Produkt, das unterschiedliche Bedürfnisse adressiert. Das kann das Bedürfnis nach Fitness adressieren, aber auch nach Kompetenz, indem es dir zum Beispiel immer wieder Rückmeldung gibt, wenn du vielleicht schneller warst oder mehr Schritte gemacht hast als gestern. Es kann auch ein Gefühl von Sicherheit geben, dass es dich zum Beispiel daran erinnert, mehr zu schlafen oder auch so eine Art Verbundenheit schaffen, weil sich jemand um dich kümmert. In dem Fall eben die uhr. Und da sieht man eben, dass mit einem Produkt viele unterschiedliche Bedürfnisse adressiert werden können.

[00:05:27] Christian Thiele: Oder auch mein Strava Partner, der schon wieder einen Pass gefahren ist und wo ich denke Herrschaftszeiten, dass ich am Wochenende dem hinterherkomme, muss ich vielleicht doch noch mal am Donnerstag aufs Rad steigen.

[00:05:37] Dr. Magdalena Laib: Genau. Ja, da kommen wir schon so in Richtung Wettbewerb und Gamification. Ja, das kann natürlich animieren. Wir versuchen immer, so ein bisschen Abstand davon zu nehmen, weil bei jedem Wettbewerb gibt es einen Gewinner und einen Verlierer. Und das ist dann eben auch kein positives Erlebnis mehr. Deswegen versuchen wir eher tatsächlich bedürfnisorientiert oder erlebnisorientiert zu arbeiten.

[00:05:59] Christian Thiele: Wobei, wenn wir beide zusammen den Ötztaler Radmarathon irgendwie machen wollen und uns gemeinsam vorbereiten, dann ist es vielleicht gar nicht so ein Gegeneinander, sondern vielleicht auch ein Miteinander.

[00:06:10] Dr. Magdalena Laib: Dann kann es ein Gemeinschaftsgefühl sein.

[00:06:12] Christian Thiele: Wer erlaubt von dir, dass.

[00:06:14] Dr. Magdalena Laib: Du mir laut.

[00:06:15] Christian Thiele: Bedürfniskarten. Sag noch mal so ein, zwei Beispiele. Was gibt es da? Wie kann man die anwenden?

[00:06:21] Dr. Magdalena Laib: Also das Tolle an den Bedürfnissen ist eben, dass psychologische Bedürfnisse ja universell sind. Das heißt, das sind Bedürfnisse, die hast du in jedem Kontext. Das heißt, du kannst sie sofort anwenden, egal für welchen Kontext du gestalten willst. Soll es jetzt um Reiseplanung gehen? Soll es jetzt um Montage gehen? Zum Beispiel das Bedürfnis nach Stimulation, also immer wieder ein bisschen angestupst zu werden, Neuigkeiten zu bekommen. Kann ich in unterschiedlichen Bereichen haben. Man muss die Bedürfnisse halt ein bisschen verstehen können, um sie dann eben auf den jeweiligen Kontext anwenden zu können. Das ist ein bisschen die Herausforderung und dafür sind aber diese Karten sehr gut, weil sie eben noch mal genau erläutern, was ist das eigentlich ein Bedürfnis, In welchen Situationen zeigt sich das und wie kann das eben auch durch Gestaltung unterstützt werden?

[00:07:08] Christian Thiele: Ihr habt ja auch mit einer Firma zusammengearbeitet, die so therapeutische Geräte zur Schmerzlinderung herstellen. Hat das damit auch zu tun, dass die.

[00:07:18] Dr. Magdalena Laib: Also da haben wir eher erlebnisorientiert gearbeitet. Das ist ein Ansatz, den wir recht häufig verfolgen. Der Vorteil ist, dass es eben relativ konkret in einem Kontext, in einem bestimmten Kontext, zum Beispiel in dem Therapiekontext, beschreibt. Wo liegen die positiven Erlebnisse der Nutzenden? Und wenn man viele von diesen Erlebnissen gesammelt hat, dann kann man die Systematisieren clustern und kann so verschiedene Bereiche finden, in denen positive Erlebnisse auftreten können. Und mit denen kann ich dann relativ konkret für mein Produkt überlegen wie kann ich das auch in das Produkt übertragen?

[00:07:54] Christian Thiele: Da habt ihr ja diese sogenannten Erlebniskarten. Vielleicht hast du eine Lieblingskarte, die du uns mal vorstellen magst.

[00:08:02] Dr. Magdalena Laib: Also wir haben verschiedene Erlebniskarten für unterschiedliche Kontexte. Wir haben jetzt relativ viel, weil wir auch in diesem professionellen Kontext unterwegs sind, den Kategorien im Bereich Arbeit gearbeitet. Und da ist zum Beispiel eine Karte zu etwas Höherem beitragen, die eben zeigt, dass es zu einem positiven Erlebnis führt, wenn du was Sinnhaftes tust. Also wenn du spürst, dass deine Arbeit einen Sinn ergibt und du aber auch so ein bisschen selbstbestimmt bist in dem, wie du das tust oder wie du das umsetzen kannst.

[00:08:35] Christian Thiele: Wer meinen Podcast kennt, weiß in kurzen Films gebe ich immer mal wieder meinen Senf dazu, was mir an Gedanken gekommen ist. Vor, nach, während dem Gespräch. Ich habe beim Besuch von Magdalena eine schöne feste Pappkarte in der Hand. Kräftiges Violett. Faszination steht drauf. Auf der Rückseite den Drang verspüren, etwas zu erkunden, zu erforschen, zu verstehen und noch weitere ähnliche Begriffe wie Neugierig, aufmerksam, Interesse, versunken. Ein paar weitere Karten heißen in sattem Orange Freundlichkeit, auf einer anderen steht Mitgefühl. Fassen sich gut an, diese Karten schauen schön aus. Schon allein der Kontakt mit diesen Karten. Ein kleines, schönes, sinnliches Erlebnis. Und Sie inspirieren natürlich mich. Ja, vielleicht auch dich oder die Person, die damit arbeitet. Denn Sie können ganz konkret eingesetzt werden bei der Gestaltung von therapeutischen medizinischen Geräten zum Beispiel. Oder auch, wenn man einen CIA Agenten für die Dienstreiseplanung bauen will, oder? Apropos bauen Genauso natürlich in der Montage an der Werkbank. Es steckt ja ganz viel Forschung drin in diesen Karten. Forschung zu positiven Emotionen. Darum geht es ja auch immer wieder in diesem Podcast, in unterschiedlichen Episoden. Es ist ein wichtiges Thema in meinen Workshops, in meinen Coachings, in meinen Seminaren und Keynotes. Zuversicht, Gelassenheit, Verbundenheit und andere positive Emotionen. Als Führungskraft immer wieder auch zu entdecken und zu kultivieren, das steckt an gerade in diesen turbulenten Zeiten. Und dazu dienen eben auch diese Karten. Und darum geht es auch in einem anderen Tool, von dem Magdalene erzählt, das man einsetzen kann, wenn man mit ihr zusammenarbeitet, erklärt sie uns am besten gleich selbst.

[00:10:39] Dr. Magdalena Laib: Vor den Erlebniskategorien stehen die Erlebnisinterviews. Also das heißt, wir fragen die Leute in einem bestimmten Kontext Erzähl mir doch mal ein bisschen, was du da für ein positives Erlebnis hast. Das ist ein narratives Interview. Das heißt, man fragt erst mal einfach nach dem Erlebnis, lässt sich das beschreiben und hat dann so Hilfsfragen, um so ein bisschen die Dynamik des Erlebnisses auch zu erfassen. Also wer war denn dabei, Wo hat das stattgefunden? Was ist für eine Emotion aufgetreten? War Technologie involviert? Und das ist super hilfreich. Einfach um so in diesen Kontext so ein bisschen reinzufinden und eben auch die Basis von den Erlebniskategorien. Und wenn man dann aber ganz konkrete Hilfestellung noch mal braucht, dann kann man unsere Pattern verwenden, die positiven UX Pattern, die eben ganz konkrete Gestaltungslösungen beschreiben. Also zum Beispiel wenn ich jetzt eben das Bedanken unterstützen möchte, was muss ich bauen oder was muss ich gestalten, um das Bedanken möglichst niedrigschwellig zu halten und die Wahrscheinlichkeit dafür in dem Produkt auch zu erhöhen.

[00:11:41] Christian Thiele: Wie viel Forschung, Zahlen, Daten, Fakten braucht es, um auch praxisrelevant was bewirken zu können. Und vielleicht auch andersrum. Wie viel aus der Praxis fließt denn dann auch in deine Lehre und Forschung ein?

[00:11:58] Dr. Magdalena Laib: Ja, also ich würde sagen, dass es hier jetzt ein richtig gelungener Mix. Also für mich auf jeden Fall, weil ich schon den Eindruck habe, dass es den Unternehmen wichtig ist, dass die Sachen auf Forschung basieren. Also dass wir auch sagen können, wie wir das entwickelt haben, mit wem wir das evaluiert haben, zum Beispiel. Aber wir versuchen natürlich schon, die Bedarfe unserer Zielgruppe und das sind eben in diesem Projekt diese Unternehmen zu berücksichtigen. Das heißt, wir entwickeln, was, wir geben das in die Unternehmen und wir arbeiten das Feedback auch wieder in das Produkt ein. Also das heißt, wir versuchen eigentlich unsere Methoden oder Workshopkonzepte iterativ immer weiterzuentwickeln, weil wir natürlich schon wissen, die Ressourcen sind gering. Es gibt oft eine Person, die sich darum kümmert und nicht eine ganze Abteilung, wie vielleicht in einem großen Unternehmen. Das heißt, wenn die Methoden nicht so eingesetzt werden können, dass es in diesen Arbeitsablauf reinpasst, dann wird es gar nicht angewendet. Deswegen ist der Austausch mit den Unternehmen auf jeden Fall super wichtig.

[00:13:05] Christian Thiele: Magdalena Jetzt hast du gesagt, diese Bedürfnisse, auch diese Arbeitsbedürfnisse, sind universell. Ich war neulich in einer Produktionseinheit, in einem Werk und ich glaube, 450 Mitarbeitende sind da, an dem an dem Standort 42 Sprachen und dementsprechend unterschiedliche kulturelle Hintergründe. Und, und ich denke, das gilt ja auch für viele, gerade so in der Logistik, in der Produktion. Beziehungsweise auch ich bin so erfolgreich mit meiner Unternehmung, dass ich eben auch in Mexiko, in der Ukraine, in Bulgarien oder wo auch in Ungarn Standorte habe. Wie kulturell muss ich das anpassen und muss ich da das Rad jedes Mal anders oder neu erfinden? Oder habt ihr da auch Beispiele, wie das vielleicht sogar auch eine Bereicherung sein kann und sich gegenseitig sozusagen beflügelt? Oder. Oder ich kann es irgendwie auf alle aus ausrollen, weil es irgendwie bei allen funktioniert.

[00:14:03] Dr. Magdalena Laib: Also wir haben als Ziel eigentlich oder als Zielgruppe arbeiten wir hauptsächlich mit Unternehmen aus Deutschland zusammen, weniger im internationalen Kontext. Allerdings ist es schon so, dass gerade diese Bedürfnis Ansätzen universeller Ansatz ist. Und ich denke, hier geht es vor allem darum, den Nutzungskontext gut anzugucken und eben diese Gruppe, für die ich gestalte, mit in die Gestaltung einzubeziehen. Also das heißt tatsächlich Interviews mit allen durchzuführen oder mit Vertreterinnen und Vertretern der Zielgruppe. Und dann eben diese unterschiedlichen Hintergründe, die die Menschen vielleicht mitbringen, in die Gestaltung mit einzubeziehen bzw dann auch mit diesen Menschen zu evaluieren und zu gucken, wo gibt es denn vielleicht Probleme, was muss vielleicht sprachunabhängiger gestaltet werden? Und so dann eben diese verschiedenen Bedarfe und diese verschiedenen Nutzerinnen und Nutzer mit einzubeziehen.

[00:14:58] Christian Thiele: Jetzt habe ich eine Firma, wo wir vielleicht auch so ein bisschen irgendwie struggeln müssen, wo wir auch wenig Budget haben, aber mit wenig Geld maximalen Impact irgendwie erzeugen würden. Was würdest du sagen, Sind so low hanging Fruits oder Low Low Invest High Impact Strategien, die du empfehlen würdest?

[00:15:18] Dr. Magdalena Laib: Ja, also von bis. Wenn ich jetzt ein ganz konkretes Ziel habe, dann kann ich eben wie gesagt mit solchen Gestaltungspattern auch arbeiten. Ansonsten würde ich immer versuchen, ein bisschen mehr über die entweder die Bedürfnisse meiner Nutzenden herauszufinden oder eben zu gucken, dass ich mir vielleicht wie so ein Erlebnis Kategoriensystem für meinen Kontext schaffen kann. Also tatsächlich mal zu investieren und zu sagen ich führe jetzt mal Interviews durch Erlebnisinterviews, die können ja auch online umgesetzt werden, dass ich einfach ein Gefühl dafür bekommen, wo haben die denn positive Erlebnisse in meinem Kontext? Und mir dann vielleicht so eine Art Kategoriensystem erstellen zu können, was ich dann während des Entwicklungsprozesses immer wieder heranziehen kann und gucken, wenn ich die Funktion implementieren möchte. Wie könnte die denn vielleicht umgesetzt werden? Mit einem Fokus auf positives Erleben?

[00:16:10] Christian Thiele: Vielleicht ist das jetzt sehr schematisch gedacht, aber wenn ich mir so amerikanische Unternehmen angucke, dann habe ich den Eindruck, Kunde, Kunde, Kunde steht da total im Vordergrund, auch irgendwie Marketing und und ich glaube, auch wenn man sich Firmenbilanzen anschaut, sieht man irgendwie, dass da auch extrem viel Geld reinfließt. Und das klassische deutsche Unternehmen, würde ich sagen, ist ja häufig auch sehr Ingenieurskultur irgendwie getrieben und wir können da noch was verbessern und da kann man irgendwie noch was dran schrauben. Wo ich manchmal den Eindruck habe, Wow, extrem engineered, vielleicht sogar zum Teil auch overengineered und manchmal vielleicht auch zu wenig vom Kunden her gedacht. Würdest du das so unterschreiben?

[00:16:56] Dr. Magdalena Laib: Also ich würde sagen, dass die Unternehmen, die zu uns kommen, natürlich schon in diese Richtung auch denken. Und ich bin halt ein großer Fan von Interdisziplinarität. Ich arbeite auch in einem interdisziplinären Studiengang und das größte Glück oder der größte Erfolg, den wir immer haben, wenn wir mit Unternehmen zusammenarbeiten, ist, wenn die sagen Ah ja, das war so gut, das war so erfolgreich, Wir stellen jetzt jemand ein Beispiel, eine Informationsdesignerin oder eine Psychologin und ich glaube, diese Mischung ist einfach super gewinnbringend. Und wenn das gelingt, dann kommt die Ingenieurskunst eben mit diesem menschlichen Bedürfnis dann auch zusammen.

[00:17:39] Christian Thiele: Magdalena Drei letzte Fragen. Ein, zwei besonders wichtige Stärken von dir an dir.

[00:17:46] Dr. Magdalena Laib: Also ich glaube, ich habe Freude daran, mir Sachen auszudenken und so Ideen zu entwickeln und da immer wieder so mit Interesse dabei zu sein und zu überlegen, wie können wir das besser machen? Ich glaube, das ist eine Stärke von mir. Und die Sachen auch immer wieder auszuprobieren. Also ich möchte schon diese Ansätze auch irgendwie dann auch auf die Straße bringen. Also dass dann tatsächlich auch umsetzen, ausprobieren lassen und es nicht nur bei der Theorie belassen. Vielleicht würde ich sagen, das ist die zweite Stärke.

[00:18:24] Christian Thiele: Ein Erfolg, auf den du besonders stolz bist.

[00:18:27] Speaker 3: Oh Gott. Mal kurz überlegen.

[00:18:29] Dr. Magdalena Laib: Das ist ja gar nicht so einfach. Ähm, also vielleicht sind es eher so kleine Sachen. Zum Beispiel habe ich neulich einen Workshop mit Studierenden dazu gemacht. Positiv durchs Studium hieß der. Also wie man mehr Wohlbefinden im Studium haben kann. Und da habe ich auch viele von unseren Methoden eingesetzt. Und das war ein Erfolgserlebnis insofern, dass ich das Gefühl hat, ja, das, was wir machen, das ist sinnhaft für unterschiedliche Personengruppen. Man kann das mit Unternehmen einsetzen, aber auch mit Studierenden. Und immer bringt es die Leute zum Nachdenken. In eine positive Richtung, würde ich sagen.

[00:19:09] Christian Thiele: Du möchtest mal in Erinnerung bleiben, für oder als.

[00:19:15] Dr. Magdalena Laib: Als jemand, die immer wieder versucht hat, den Blick aufs Positive zu richten. Was nicht heißt, dass es mir immer gelingt. In 99 % der Fällen gelingt es mir auch nicht, aber zumindest probiere ich es immer wieder.

[00:19:29] Christian Thiele: Bergmann Bin ich sicher. Danke.

[00:19:32] Dr. Magdalena Laib: Danke dir.

[00:19:37] Christian Thiele: Danke, liebe Magdalena Laib für deine Zeit, für deine Inspiration. Vielen Dank, liebe Marion, lieber Christoph, für Redaktion, Produktion, Perfektion, Inspiration und danke Dir, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, fürs Dabeisein. Nach dem Dank noch eine Bitte wenn Dir diese Folge gefällt gefallen hat, kommentiere, was dir gefallen hat. Like empfehle Teile share diesen Podcast. Wer teilt, vervielfacht. Kostet nichts, bringt aber hoffentlich viel. Denen, die den Podcast hören und uns, die ihn machen. Danke. Das war's mit dieser Folge von positiv führen.
Bis zum nächsten Mal. Ciao. Servus, Bye bye.

 

Vom WAS und WOZU zum WIE – in dieser zweiten Folge mit Dr. Magdalena Laib wird es richtig praktisch!

Nachdem wir in Folge 1 besprochen haben, wieso sich auch und gerade KMU mit Wohlbefinden befassen sollten, und was das heißt, schauen wir jetzt gemeinsam quasi in den Maschinenraum: Wie gestaltet das Team des Mittelstand-Digital Zentrums Fokus Mensch konkret Produkte und Prozesse, die Wohlbefinden fördern?

Ihr erfahrt, was Bedürfnisse mit guter Produktgestaltung zu tun haben – und wie Erlebniskarten ein wirkungsvolles Werkzeug sein können, um positive User Experiences zu entwerfen. Wir fragen auch: Spielen kulturelle Unterschiede eine Rolle bei dem, was Menschen bei der Arbeit brauchen? Und findet Magdalena, ob wir Deutschen manchmal zu sehr ins Overengineering verfallen – auf und jenseits der Schwäbischen Alp?

Eine Folge mit vielen konkreten Impulsen – für alle, die Wohlbefinden nicht nur denken, sondern auch gestalten wollen.

Viel Spaß beim Hören!

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P.S.: Alleine ist man ja nix! Herzlicher Dank 🙏 daher an: Marion Jacobi und Christoph Tampe für Redaktion und Produktion · Dr. Magdalena Laib für deine Gedanken und Erfahrungen · Euch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer!

Was gefällt euch hier gut, was wünscht ihr euch mehr/weniger/anders? Feedback zum Podcast ist sehr willkommen: https://positiv-fuehren.com/feedback-podcast

P.P.S.: Du machst, ihr macht, Sie machen das gut!

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Christian Thiele

ÜBER DEN AUTOR

Mehr Leistung, Freude, Gesundheit und Sinn, mit den Methoden der Positive Leadership: Darum geht es mir in meiner Arbeit als Coach, Trainer, Teamentwickler und Vortragsredner. Für Führungskräfte, Teams und Organisationen. Verliebt, verlobt und bald verheiratet mit Christiane. Vater. Skitourengeher.

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