Warum und Wieso
Mehr Leistung, Motivation, Elan und Glück – in der Arbeit und im Leben.
Darum geht es in meinem Podcast. Für Führungskräfte und alle, die irgendwie in Verantwortung sind.
In dieser Folge
Wohlbefinden designen im Mittelstand | mit Dr. Magdalena Laib (Teil 1)
Transkript mit KI generiert
[00:00:00] Christian Thiele: Magdalena. Jetzt höre ich die Nachrichten Zölle hier, Krise dort, Katastrophe hier Automobilindustrie im Umbruch. Und jetzt sagst du, diese ganzen Mittelständler sollen sich auch noch mit well being mit Wohlbefinden befassen? Wieso eigentlich?
[00:00:18] Dr. Magdalena Laib: Also ich glaube, hier muss man einfach ein bisschen aufpassen, dass man nicht in so einem entweder oder denkt, dass man nicht sagt Ja, jetzt haben wir eine Krise, jetzt haben wir ein Problem, jetzt müssen wir uns erst mal darauf fokussieren. Sondern dass man vielleicht überlegt, im Sinne auch der Broughton and Build Theorie. Je mehr positive Emotionen wir haben, desto eher bauen wir auch Ressourcen auf. Ob man nicht Wohlbefinden auch nutzen kann, sozusagen als Ressource, um besser mit Krisen umgehen zu können und vielleicht gestärkt auch in eine Problemlösung gehen zu können.
[00:00:50] Christian Thiele: Es gibt Podcasts, die versprechen, dein Leben zu verändern. Das ist nicht meiner. Grüß dich! Hallo, Moin, moin oder was auch immer. Du sagst, zu Positiv führen. Das ist der Podcast von und mit mir, Christian Thiele. Für Führungskräfte, die pragmatisch genug sind, um zu wissen, dass kein Podcast ihr Leben verändert, aber neugierig genug, um trotzdem einzuschalten. Du hast Verantwortung für Teams, für Projekte, für Abteilungen, Möglicherweise für Menschen, die selbst wiederum für Teams, Projekte, Abteilungen verantwortlich sind. Vielleicht auch für eine ganze Organisation oder Firma. Und was du hier kriegst, was du von mir bekommst, sind keine Lebensmottos, sondern Werkzeuge aus der Forschung, aus der Praxis, aus Gesprächen mit Menschen, die beides können, denken und tun. Und genau deshalb spreche ich heute mit Dr. Magdalena Laib. Du hast sie eingangs schon kurz gehört. Sie lehrt und forscht an der Hochschule der Medien in Stuttgart mit dem Schwerpunkt Wohlbefinden und Resilienz im Mittelstand. Digital Zentrum. Fokus. Mensch, da muss ich mich zusammenreißen. Das hört sich ein bisschen sperrig an! Sie ist außerdem ausgebildete Coachin und Schreibpädagogin. Was sich beim ersten Lesen für einen Tippfehler gehalten hat, ist aber keiner.
[00:02:15] Christian Thiele: Warts ab.Wir haben uns kennengelernt auf der. Wieder so ein schreckliches Wort. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für positiv psychologische Forschung. Klingt nach einem sehr komplizierten Wikipediaartikel, war aber tatsächlich ausgesprochen produktiv und interessant. Vor allem auch wegen Magdalenas Vortrag und ihrem Ansatz. Und der hat mich dort total fasziniert. Sie bringt Forschung in den Mittelstand, nicht in DAX Konzernen mit Stabsabteilungen für Well, Being und Pipapo, sondern dahin, wo vielleicht die Chefin, der Chef noch selbst am Montag früh die Tür aufsperrt. Soll es ja geben. Wir haben uns bei ihr in Stuttgart getroffen und daher war meine erste Frage an Magdalena natürlich genau, was kostet es, was bringt es? Also ich bin CFO, Controllerin oder was auch immer in einem Autozulieferer irgendwo zwischen Bodensee und Chiemsee oder ganz woanders. Und Zahlen sind ja die ehrlichste Sprache der Welt, behaupten zumindest die CFOS. Was ist also der ROI von dem, was du machst? Der Return on Investment oder vielleicht auch der Rowe, der Return on well being? Also wozu sollte ich auch nur fünf Minuten oder 5 € meiner Kostenstelle dafür aufwenden? Magdalenas Antwort hat mich sehr überzeugt.
[00:03:42] Dr. Magdalena Laib: Ja, also wir arbeiten ja vor allem dazu, wie man Produkte gestalten kann und schauen, wie wir für mehr positives Erleben in den Produkten sorgen können. Und was wir da eben nachweisen können, ist, wenn wir mit diesem Fokus gestalten, dass wir tatsächlich mehr positive Erlebnisse bei den Nutzenden hervorrufen können. Und das kann natürlich ein Hebel sein, um grundsätzlich an dem Wohlbefinden zu arbeiten. Dazu gehören andere Maßnahmen, organisatorische Maßnahmen. Aber Gestaltung und der Einsatz von Produkten kann eben ein Beitrag dazu sein. Und wir wissen, dass je besser es den Menschen geht, je glücklicher sie sind, dass es sich auswirkt Darauf zum Beispiel, wie hoch die Fluktuation ist, wie kreativ die Leute sind, wie flexibel sie mit Problemen umgehen. Und ich denke, das ist einfach wichtig zu wissen, dass das eben auch ein Teil dazu beitragen kann.
[00:04:34] Christian Thiele: Wie bist du dazu gekommen zu diesem Thema? Du hast den Innovationspreis der DGPPF bekommen. Erzähl mal, wie kam es dazu und wie hat dich dein Weg dahin geführt?
[00:04:48] Dr. Magdalena Laib: Also ich bin seit 2013 an der Hochschule und da startete schon diese Initiative Mittelstand digital, wo wir eben ein Projekt hatten, das sich schon damals mit positiver User Experience beschäftigt hat. Und da kam auch in der Zeit das erste Paper zu positive Design raus und das hat uns alle begeistert und war auch so ein Aufschlag, da noch mal mehr in die Richtung zu machen und haben dann eben angefangen, diese positiv psychologischen Theorien zu nehmen und zu gucken, wie können wir die in Gestaltung übersetzen. Und dazu haben wir eben auch ein Paper damals gemacht, 2017, wo es darum ging, wie können wir Verbundenheitserlebnisse, Gemeinschaftserlebnisse bei der Arbeit durch Gestaltung mehr hervorheben? Und die DGPPF ist ja eine relativ junge Organisation oder Gesellschaft. Und damals waren wir eben eine der wenigen, die sich in dem Kontext mit diesem Thema beschäftigt haben, was wohl als innovativ dann wahrgenommen wurde und auch diesen Preis gebracht hat. Ja, und seitdem Wir sind natürlich nicht die einzigen, die in diesem Bereich arbeiten, aber unser Fokus ist eben speziell auf das Thema Arbeit gemünzt. Vor allem und da eben vor allem auf kleine und mittlere Unternehmen und Start ups. Und das ist eben schon ein relativ spezieller Kontext. Und seitdem arbeiten wir in dieser Initiative viel mit Unternehmen zusammen und versuchen eben diese Themen zu transportieren.
[00:06:15] Christian Thiele: Kleine und mittlere Unternehmen als ein relativ spezieller Kontext. Damit hat Magdalena sehr recht, finde ich. Wer diesen Podcast kennt, weiß, ich plappere in sogenannten Fillins immer mal wieder rein, um noch Gedanken dazu zu bringen, die mir vor, während oder nach dem Gespräch gekommen sind. Spezieller Kontext auch deshalb, weil Mittelstand ja oft ganz nah dran ist an der Kundschaft, an den Nutzen der Angebote, der Pain Points und die direkt mitbekommen und dafür nicht erst synthetische Personas anlegen müssen oder eine externe Marktforschungsagentur in Berlin beauftragen müssen, wie häufig in Konzernen, was beim Anwender gut klappt oder wo es hängt. Das kriegt man häufig schon morgens beim Semmeln holen gesagt oder abends in der Blaskapelle oder im Turnverein. Und über 9/10 Unternehmen in Deutschland sind Mittelstand. 6/10 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen sind Mittelstand. Also hier geht es um Deutschland. Ja, und im Mittelstand gibt es halt nicht immer eine eigene Abteilung. User Experience Bereich Stabsstelle. Es gibt nicht immer das Budget eines Großunternehmens. Dafür ist Mittelstand häufig ein Stück fixer und agiler und schneller. Und gerade deshalb finde ich Magdalenas Ansatz so wichtig, nicht bloß bestehende Probleme zu lösen, sondern auch Möglichkeiten für positives Erleben zu schaffen, nicht bloß das Minus zu verkleinern, sondern auch das Plus bewusst zu vergrößern in der Begegnung mit dem Produkt, mit dem Angebot. Und so weiter. Das ist übrigens auch der Sinn dieser Willens. Wenn dir übrigens dieser Podcast gefällt, gerne abonnieren, liken, weiterempfehlen. Ich habe Magdalena an ihrem Arbeitsplatz besucht, in Stuttgart Vaihingen Cooles neues Gebäude, erster Stock. Da bin ich erst mal mit einer Tasse Tee empfangen worden. Und wieso das Teil des ganzen Konzepts ist, das beschreibt Magdalena am besten gleich selbst. Wir sind in eurem Innovation Lab.
[00:08:30] Dr. Magdalena Laib: Unserem Inspiration Lab.
[00:08:32] Christian Thiele: Well Being Inspiration Lab. Ich sehe da vorne ein paar Geräte. Ich würde die jetzt mal irgendwie Joysticks nennen oder wie würde man die bezeichnen? Ja, und dann hast du mir da hinten gezeigt.
[00:08:45] Dr. Magdalena Laib: Ein Demonstrator.
[00:08:46] Christian Thiele: Ein Demonstrator. Da geht es um Zylinder. Was hat das mit positive User Experience zu tun?
[00:08:52] Dr. Magdalena Laib: Ja, also wir haben eben versucht hier einen Raum zu schaffen, wo wir das Thema einfach noch mal ein bisschen greifbarer machen können. Wir merken, wenn wir zu Unternehmen gehen und unseren Gestaltungsansatz erklären oder vermitteln möchten, dass es immer gut ist, wenn man so ein bisschen entweder die Methoden ausprobieren kann oder sich auch was anschauen kann. Und wir haben jetzt zum Beispiel in einem Projekt zu Werke Assistenzsysteme gearbeitet, also Assistenzsysteme, die bei der Montagearbeit unterstützen. Mit dem Mittelstand Digital Zentrum Darmstadt und haben da ein Konzept für ein Assistenzsystem entwickelt, das eben einen Fokus auf positiven Erlebnissen hat. Und das haben wir jetzt einfach auch mal aufgebaut hier, so dass man quasi selber mal so einen Zylinder montieren kann unter der Anleitung dieses Assistenzsystem, um das einfach auch so ein bisschen spüren zu können, wie sich das auswirkt auf einen wenn man mit so einem System arbeitet.
[00:09:46] Christian Thiele: Vielen Dank für den Tee. Du hast meinen Tee in einer Tasse eingeschenkt. Da steht drauf Don't be nice be wow. Auf deiner Teetasse steht drauf. Immer positiv bleiben. Ist es schon eine positive User Experience?
[00:10:02] Dr. Magdalena Laib: Nein, das würde ich nicht sagen, sondern das ist glaube ich eher so ein bisschen Nudging, Also positive User Experience ist eben, wenn wir es schaffen, durch Produkte oder durch Interaktionen psychologische Bedürfnisse zu adressieren, Also wenn wir zum Beispiel schaffen, ein Verbundenheitserlebnis herzustellen oder wenn wir es schaffen, das Thema Sinn zu adressieren und da eben als Gestalter schaffen, dass die Nutzerin oder der Nutzer ein positives Gefühl hat während der Nutzung.
[00:10:32] Christian Thiele: Ich komme gestern spät an im Hotel hier am Hauptbahnhof, treffe einen Kollegen, mit dem ich einen Workshop leite. Wir treffen uns in der Lobby und da ist ein Automat und da ist eine Bar und da gibt es so ein kleiner Kiosk und da kann ich einen Tannenzäpfle irgendwie rausziehen, zwei Tannenzäpfle für den Markus und für mich. Da gibt es so eine kleine Tapas Schale und da gibt es Chips und da gibt es auch irgendwie eine Zahnbürste und Deo usw und ich kann irgendwie twenty four Seven irgendwie da mit meiner Kreditkarte irgendwie bezahlen. Und das fand ich großartig, dass wir da Nortrills irgendwie zwei Tannenzäpfle irgendwie rausziehen konnten. Ist das eine positive User Experience? Ich habe so empfunden.
[00:11:18] Dr. Magdalena Laib: Ja, also ich würde sagen, dass es eher so ein bisschen dein Problem gelöst hat, abends noch ein Bier zu bekommen. Aber ein Problem zu lösen ist ja auch ein positives Gefühl. Also wenn ich eine Lösung gefunden habe für eine Not, die ich zum Beispiel habe, wenn der Automat jetzt vielleicht noch ein bisschen Darüber rausgegangen wäre, also zum Beispiel gesagt hätte Wieso denn nur ein Bier? Gibt es niemanden, mit dem du eins zusammen trinken möchtest? Guck doch mal, ob du jemand zu einem Bier einladen kannst. Okay. Dann würde er dir eine Aufforderung geben, dein Bedürfnis nach Gemeinschaft und Verbundenheit zu erfüllen und dich dabei unterstützen. Wir haben zum Beispiel mal ein Projekt gehabt zu so einem Automaten, der tatsächlich vorgesehen war für Wartesituationen, um da Menschen in Kontakt zu bringen. Und das war aber auch die einzige Aufgabe dieses Automaten ist also das Bedienkonzept war so entwickelt, dass fremde Personen quasi aufgefordert wurden, da zusammen den Automaten zu bedienen und darüber in Kontakt zu kommen, weil wir ja wissen Verbundenheit entsteht eben durch Verbundenheit serlebnisse und die können sowohl mit engen Personen sein, aber eben auch mit Leuten, mit denen ich vielleicht kurze Begegnungen habe.
[00:12:35] Christian Thiele: Ich glaube, vor ein paar Jahren ist das ja viral gegangen, diese Treppe, glaube ich, in Kopenhagen oder so, die neben einer Rolltreppe ist. Und da mit jedem Schritt bedienst du irgendwie eine. Ich glaube eine Klaviertaste und es blinkt auch ein Licht auf. Ist das eine positive User Experience für dich?
[00:12:56] Dr. Magdalena Laib: Ja, das geht auch schon ein bisschen weitergehende Richtung, weil man ja auch zum Beispiel sagen könnte, das soll dazu anregen, dass die Leute eher die Treppe benutzen als die Rolltreppe. Also versucht es schon so ein bisschen auch in das Verhalten einzugreifen. Ja, so in die Richtung. Transformationale Produkte, also das Produkt quasi dich zu einem Verhalten anregen soll. Motivieren soll, das in eine positive Richtung geht. Also hier mehr Bewegung. Es kann auch. Es gibt Projekte von Marc Hassenzahl, wo es in die Richtung geht wie können wir Energie sparen? Also das wäre fast schon ein bisschen weitergehend.
[00:13:33] Christian Thiele: Jetzt fertige ich Zylinderkopfdichtungen auf der Schwäbischen Alb oder Rückspiegel, Bauteile oder irgendwas anderes. Und ich will das mit dieser positive User Experience, von der Magdalena spricht, ganz konkret umsetzen in meiner Bude. Wie geht das? Darum dreht sich die kommende Folge dieses Podcasts ab 15. April zu hören. Wir gehen ja inzwischen auf zwei wöchentlichen Turnus. In der Zwischenzeit schau gern schon mal hier in die ShowNotes. Da verlinke ich zu Magdalena Leibs Profil zum Mittelstand Digitalzentrum Fokus Mensch mit einer Broschüre zum Downloaden, Kontaktpunkten für die Zusammenarbeit. Und so weiter. Apropos Zusammenarbeit Wenn du dich für die Zusammenarbeit mit mir interessierst, für einen Führungsworkshop, eine Keynote, ein Einzelcoaching, schreib mir auf LinkedIn, per Email oder wo auch immer auch meine Erreichbarkeiten Logo in den ShowNotes. Wer ist denn so typischerweise? Vielleicht habt ihr so Personas. Oder vielleicht hast du so Menschen im Kopf oder in Erinnerung. Also wer kommt so auf euch zu? Mit welchen Schmerzpunkten?
[00:14:48] Dr. Magdalena Laib: Mhm. Also wir arbeiten ja vor allem mit KMU und Start ups, also von ganz klein Ein Personen Unternehmen bis zu 100. Und was wir jetzt gemerkt haben, ist, dass wir da unterschiedliche Ebenen adressieren. Also was schon super hilfreich ist, ist, wenn die Geschäftsführung mit im Boot ist. Also wenn die von dem Thema überzeugt ist. Und da hilft es oft einfach auch mal diesen Ansatz noch mal ein bisschen zu erläutern und auch so, was wir vorher gesprochen haben. Was sind denn so die Benefits? Auch wenn ich für Wohlbefinden mehr gestalten möchte oder mehr sorgen möchte. Wir haben aber auch oft eben die Personen, die die Produkte gestalten und entweder sie kommen zum Beispiel, um eine Methode zu lernen. Also wir bieten Methodenworkshops an, wo wir ein bisschen Theorie vermitteln, aber tatsächlich das dann auch ausprobieren. Also dann sollen die auch auf Basis von diesen Karten Konzepte entwickeln zusammen. Wir besprechen noch mal was war schwierig, was könnten Hilfestellung sein? Oder Sie haben eben eine konkrete Produktidee, wo Sie sagen Ah, da würden wir tatsächlich gerne mehr Positives Erleben gestalten, wie könnten wir denn das zusammen machen? Und dann haben wir Praxisprojekte, mit denen zusammen so ein bisschen Hilfe zur Selbsthilfe. Das heißt, wir unterstützen Sie dabei, diese Ansätze in Ihr Produkt zu transportieren.
[00:16:11] Christian Thiele: Was ich häufig höre, sind so Dinge wie Bei uns sind die Krankenquoten so hoch bei uns? Wir haben so viele Abgänge. Wir haben auch so viele First Time Leaders. Ja, jetzt haben wir die gerade mal irgendwie eingearbeitet, ungebordet und Probezeit überstanden und dann sind die irgendwie innerhalb des ersten Jahres weg. Oder auch meine Leute haben alle irgendwie so viel Angst und KI usw. Ich möchte die auch ein bisschen mehr motivieren und begeistern können für Veränderungen sind es auch. Erstens Plotpoints, mit denen Menschen zu euch kommen und zweitens, wo ihr was auch anzubieten habt.
[00:16:50] Dr. Magdalena Laib: Also tatsächlich ist das nicht so unser Fokus. Bei uns geht es tatsächlich schon eher um die konkrete Produktentwicklung, obwohl ich auch sagen muss je länger wir in dem Bereich arbeiten, desto weniger kann man das so abgehängt betrachten. Also ich habe das Gefühl, das ist eben ein Teil von der Organisationsphilosophie. Also wenn ich jetzt zum Beispiel sage, ich möchte den Teamgedanken mehr fördern und mein Team näher zusammenbringen, dann ist auch zum Beispiel die Auswahl des Tools, über das du arbeitest, kann eine Rolle spielen. Also ich kann organisationspsychologische Maßnahmen entwickeln, indem ich die Meetings anders strukturieren. Indem ich mehr Events organisiere. Aber ich kann eben auch schauen Welches Kommunikationstool zum Beispiel fördert am meisten diesen Teamgedanken? Deswegen würde ich sagen, es ist so das Ende der Kette.
[00:17:40] Christian Thiele: Ein anderes Thema, was ich auch ganz viel höre Generationenkonflikt. Ja, dass sozusagen die Jungen gehen. Wo sind wir jetzt? Irgendwie Set oder Alpha noch mal eine ganz andere Ansprache bekommen müssen. Permanent Feedback brauchen, immer irgendwie Sinn erleben. Also merkt ihr auch da, dass es da einen Bedarf gibt oder dass vielleicht auch unterschiedliche Ansprüche gibt an Well being design. Sage ich jetzt mal?
[00:18:05] Dr. Magdalena Laib: Nein, aber ich würde da eher ein bisschen darauf eingehen. Was wir jetzt gerade merken, ist, dass das Thema eher auch so ein Abgrenzungsmerkmal sein kann. Also dass man noch mal mehr überlegt, weil es eben auch durch KI ja viele Sachen gibt, die einfach einfach umgesetzt werden können, wo man nicht mehr bestimmte Dienstleistungen braucht. Dass die Unternehmen sich eher überlegen Was können wir denn für einen Mehrwert bieten? Und da kann eben Gestaltung für Wohlbefinden ein Mehrwert sein. Also wenn ich das Gefühl habe, Versuche zu vermitteln mit meinem Service zum Beispiel, unterstütze ich dich noch mal mehr. Du bist ja nicht alleine, Wir führen dich da durch, wir helfen dir da. Das hier so ein Mehrwert generiert werden kann durch diesen Gestaltungsansatz.
[00:18:52] Christian Thiele: Wir können ja 25 26 kein Gespräch führen ohne auf KI einzugehen. Wie ist denn das Verhältnis zwischen AI und Well Being Design aus deiner Sicht auch nach vorne gedacht?
[00:19:05] Dr. Magdalena Laib: Es wird jetzt natürlich immer ein größeres Thema und spielt auch bei uns auf jeden Fall eine Rolle. Ki ist ja auch ein Schwerpunkt bei uns im Zentrum. Jetzt nicht direkt meiner, aber wir beschäftigen uns auf jeden Fall damit. Und was auch innerhalb des Netzwerks von Mittelstand digital auch ein großes Thema ist, ist Wie können wir diesen Transformationsprozess begleiten. Also es ist ja nicht so, dass ich sagen kann, hier ist das KI Tool jetzt Frisur oder stirb. Sondern wichtig ist ja, diesen Prozess zu begleiten und auch festzustellen, es gibt unterschiedliche Menschen in den Unternehmen mit unterschiedlichen Sorgen, unterschiedlichen Bedürfnissen und da eben auch zu schauen, wie kann man das so gestalten, dass es unterstützt und vielleicht auch unliebsame Aufgaben abnimmt, aber dass trotzdem immer noch ein Gefühl von Wirksamkeit und Sinn entstehen kann bei der Arbeit? Das, glaube ich, ist ein relevanter Teil dieser Arbeit und natürlich auch eine KI zu gestalten, Also zu überlegen, wie muss KI gestaltet sein, damit sie Wohlbefinden unterstützt. Und häufig ist es ja so, dass Produkte erst gestaltet werden und dann überlegt wird, wie man noch was ändern kann. Aber da von Anfang an vielleicht zu überlegen, was sind denn Bedürfnisse, die Menschen in dem Kontext haben und wie können eine KI die unterstützen?
[00:20:28] Christian Thiele: Also, dass ich meinem Agenten vielleicht auch einen witzigen Namen geben. Witziges Foto, eine witzige Rollenbeschreibung und die oder der mir dann als Bot irgendwie auch als ja mit mit irgendwie Bedürfnis Erlebnisanreicherung auch entgegentritt solche Dinge.
[00:20:46] Dr. Magdalena Laib: Oder vielleicht, dass ich klar habe kreativ will ich sein und die KI kann mich vielleicht unterstützen. Also kann eine Assistentenfunktion sein, aber den kreativen Prozess will ich vielleicht nicht ganz abgeben.
[00:20:59] Christian Thiele: Und du bist bitte gründlich, lieber Agent oder lieber Agent? Ja. Ich think and this sounds counterintuitive that can make us more human. Diesen Satz hat neulich kein Geringerer als Sergius Dahmer gesagt, der britische Premierminister im Economist. Also, ich glaube, dass KI uns menschlicher machen kann. In der Übersetzung und da gebe ich Ihnen recht, Mister Prime Minister und Magdalena tut das offenbar auch, denn das Leben der Arbeitnehmenden könnte durch KI massiv erleichtert und verbessert werden. Ich denke zum Beispiel an die Lohnbuchhaltung eines Mittelständlers. Schluss mit dem Formular und Tabellenwahnsinn oder auch um neue Dinge zu lernen, für die es keine teuren Kurse oder Programme braucht. Ja, auch Coaching könnte demokratisiert werden. Jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter kann eigentlich über gute Chatbots, über gute Agenten Ansprechpartner haben, die ihr oder ihm immer auch mal wieder weiterhelfen können mit guten Impulsen. Ehrlich gesagt vielleicht auch gerade für junge, weniger erfahrene Coaches. Kein so schöner Gedanke, weil das sie vielleicht auch in manchen Bereichen erstmal überflüssig machen könnte. Let's face it. All das wird Firmen massiv verändern. All das wird auch die Führung massiv verändern, da du künftig dauerhaft wahrscheinlich auch neben den echten Mitarbeitenden Agenten führen wirst. Und die Menschen, die du führst, die echten Menschen, die haben auch jeweils einige dieser KI Agenten zu führen, vermute ich mal, spannende Zeiten. Ich schreibe gerade an einem nächsten Buch, das Mitte Ende 2026 rauskommt. Ich freue mich über deine Gedanken dazu. Schreib mir. Apropos Zukunft. Du hast deinen Preis 2017 bekommen, glaube ich. Ja, Also vor roundabout zehn Jahren. Magdalena wenn wir jetzt mal zehn Jahre in die Zukunft schauen, was ist deine Vision von Well Being Design? Gerade so im KMU Bereich? Wo wird es hingehen oder Interview mit einer gelungenen Zukunft? Wo wird es hingehen?
[00:23:16] Dr. Magdalena Laib: Mhm, Also mein Wunsch wäre eben, dass man eben nicht mehr in diesem schwarz weiß denkt, sondern dass man das als Chance betrachtet. Weil ich denke, es ist auch eine Art für Innovation zu gestalten und auch eine Möglichkeit, sich abzugrenzen gegenüber Wettbewerbern und Wettbewerberinnen. Und mein Wunsch wäre, dass es einfach einen höheren Stellenwert bekommt und dass auch die Forschungsergebnisse, die dahinter stehen, was wir auch vorher gesprochen haben, dass mehr positives Erleben, mehr Glück, mehr Wohlbefinden auch positive Auswirkungen hat, dass das mehr Anerkennung findet und auch mehr in die Philosophie von Unternehmen integriert werden kann. Und vielleicht ist es auch so, dass es irgendwann angefragt wird. Also dass es quasi eine Anforderung ist, die Kunden und Kundinnen auch haben, wie sie ja auch zum Beispiel beim Thema Nachhaltigkeit ist. Es hat früher auch keinen interessiert und jetzt schaut man schon welches Unternehmen ist ein bisschen grüner vielleicht achtet mehr auf Nachhaltigkeit. Und wenn das bei Wohlbefinden auch der Fall wäre, ich glaube, dann wäre schon viel gewonnen.
[00:24:21] Christian Thiele: Und jetzt noch mal so die Forscherin und die Lehrende in dir befragt Was wünscht du dir? Gehen wir mal auch wieder zehn Jahre nach vorne. Was wünschst du dir, was wir in zehn Jahren wissen oder besser wissen, was wir heute noch nicht so wissen?
[00:24:41] Dr. Magdalena Laib: Also was ich die größte Herausforderung finde, ist, in diesen Gestaltungsfokus reinzukommen. Man ist ja immer bestrebt, Probleme zu lösen und Fehler zu beheben. Und ich nehme mich da auch nicht aus zu sagen Nein, jetzt geht es wirklich darum, für positives Erleben zu gestalten. Das ist eine Herausforderung und deswegen ist es auch wichtig, so ein bisschen über diesen Hintergrund Bescheid zu wissen, weil dann erst kann ich eigentlich die Methoden anwenden. Und wir merken ganz oft auch bei uns selber, dass man schnell wieder in diesen problemorientierten Fokus kommt.
[00:25:16] Christian Thiele: Von -9 auf -7, von -5 auf -3. So ungefähr.
[00:25:21] Dr. Magdalena Laib: Oder wenn wir fragen Was ist ein positives Erlebnis? In dem Kontext, dann ist es ganz oft Entlastungserlebnisse. Also der Stress hat nachgelassen oder es hat dann doch noch funktioniert. Aber das ist quasi, das ist auch gut und das ist auch wichtig. Aber das ist noch nicht zum Beispiel das Verbundenheitserlebnis. Und in diese Richtung so ein bisschen weiter zu denken und zu überlegen wie kann es denn besser gelingen, in so einen Fokus reinzukommen? Also was kann da helfen? Braucht es da andere Methoden? Muss man vielleicht ein bisschen mehr Selbsterfahrung haben? Also man merkt schon, wenn man zum Beispiel Erlebnisinterviews durchführt und das dann noch mal spiegelt, dass dann wie so ein Aha Effekt auftritt, dass man merkt Ah ja, stimmt ja, ich komme wieder in diesen problemorientierten Fokus rein. Und das fände ich schön, wenn wir da ein bisschen mehr wüssten, wie das gelingen kann.
[00:26:15] Christian Thiele: Danke, liebe Dr. Magdalena Laib für deine Zeit, deine Einsichten, deine Inspo, wie meine Kinder sagen würden. Am 15:04. Kommt dann Teil zwei dieses Interviews, in dem wir darüber sprechen, wie das Ganze ganz konkret umgesetzt wird, wie du es ganz konkret umsetzen kannst. Vielen Dank auch Dir, liebe Marion, lieber Christoph, für Redaktion, Produktion, Perfektion und danke Dir und euch fürs Zuhören. Ja, und jetzt noch eine Bitte nach dem Dank, wenn dir diese Folge gefällt, wenn dir diese Folge gefallen hat, wenn dir dieser Podcast gefällt, kommentiere, was dir gefallen hat, like empfehle teile diesen Podcast. Kostet nix, bringt hoffentlich etwas für diejenigen, die den Podcast hören und uns, die ihn machen. Das war's mal wieder mit dieser Folge von Positiv führen. Bis zum nächsten Mal. Ciao, Servus, bye bye.
Warum sich in diesen Zeiten auch noch als KMU mit Wohlbefinden befassen? Darüber spreche ich in dieser Folge von "Positiv Führen" mit Dr. Magdalena Laib. Sie forscht und lehrt an der Hochschule der Medien in Stuttgart zum Themenbereich Wohlbefinden und Resilienz. Magdalena und ihre KollegInnen im Mittelstand-Digital Zentrum Fokus Mensch arbeiten gemeinsam mit kleineren und mittleren Unternehmen daran, Produkte und Prozesse so zu gestalten, dass sie Wohlbefinden fördern.
Ich möchte von Magdalena wissen, was Wohlbefinden in diesem Zusammenhang bzw. die positive user experience eigentlich ist und was genau sie bringt. Wir sprechen darüber, wer zu ihnen kommt, mit welchen Wünschen – und ob das Thema Wohlbefinden ein Thema ist, das Generationen unterschiedlich bewerten.
In der nächsten Folge, ab 15.4.2026 veröffentlicht, werden wir dann praktischer und sprechen darüber, wie man mit dem Thema losstarten kann.
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P.S.: Alleine ist man ja nix! Herzlicher Dank 🙏 daher an:
- Marion Jacobi und Christoph Tampe für Redaktion und Produktion
- Dr. Magdalena Laib für deine Gedanken und Erfahrungen
- Euch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer!
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