Miniserie Positive Emotionen verstehen und verstärken als Führungskraft – 4/4

CHRISTIAN THIELE

0  KOMMENTARE

Was unter positiven Emotionen zu verstehen ist – das war Inhalt von Teil 1 dieser Miniserie. Thema von Folge 2: Wozu positive Emotionen als Führungskraft stärken, was bringt das – für mich selbst, meine Mitarbeitenden, meine Organisation? Wie das konkret geht, wie Sie positive Emotionen stärken können – darum dreht sich Folge 3. Wie mit negativen Emotionen konstruktiver umgehen – dazu gibt's in diesem Beitrag einige Tipps und Anregungen:

Für mich selbst

Negativität nicht negieren: Studien legen nahe, dass Menschen, die sich sehr stark auf Glück und Wohlbefinden fokussieren, dazu neigen, Stress, Ärger und andere weniger angenehme Affekte quasi zu negieren. Und wenn, wie ich irgendwo mal gelesen habe, Frust und Ärger in den Keller geschickt werden – dann nehmen sie Hanteln und trainieren ihre Muskeln!

Daten detektieren: Eigentlich könnte man die Unterscheidung in "positive" und "negative" Emotionen auch an sich in Zweifel ziehen. Denn Ärger, Verzweiflug, Wut heben zwar unser Niveau an Stresshormonen, schwächen das Immunsystem, schränken unsere Wahrnehmungskanäle ein – wenn zu häufig und zu intensiv. Aber sie liefern auch – genauso wie die angenehmen Affekte – wertvolle Informationen. Nehmen Sie die Affekte ernst, erforschen Sie die Gefühlslage präzise (z.B. mit Paul Ekmans Emotionsrad), betreiben Sie Datenanalyse – anhand von Fragen wie diesen: 

  • Was genau ärgert, frustriert oder nervt mich gerade?
  • Was fehlt mir, welche Bedürfnisse sind gerade un- oder nicht ausreichend erfüllt?
  • Was bräuchte ich, damit ich etwas weniger Ärger, Frust, Genervtheit empfinde?

Wahrnehmen überwiegt Wegschwemmen lassen: Wir müssen uns nicht von jedem Gefühl, das in uns aufkommt, wegreißen lassen. Achtsamkeitsübungen wie etwa die Metta-Praxis können dabei helfen, in als ungerecht empfundenen Situationen das Rachebedürfnis zu lindern – und allgemeiner zwischen dem (negativen) Reiz und der (negativen) Reaktion einen Spalt Luft und Handlungsraum entstehen zu lassen. 

Gelegentlich Gutes gustieren: Positive Emotionen, darum ging es ja schon in den früheren Folgen dieser Miniserie, sind nicht nur angenehm, sondern eröffnen uns Denk- und Handlungsräume, machen uns resilienter. Hilfreicher auf dem Weg zu mehr Wohlbefinden scheinen übrigens nicht unbedingt die hochintensiven Whow-Momente – sondern die kleinen, regelmäßigen Freudenmomente zu sein. Was auch immer das für Sie ist – vielleicht ja sogar die Ausübung oder Wiederentdeckung eines Hobbys.

Für meine Belegschaft

Bedeutung bewusstmachen: Wie Sie als Führungskraft mit negativen Emotionen umgehen, den eigenen und denen anderer – das hat einen großen Einfluss auf das Erleben und Verhalten der Belegschaft. Es ist als allererstes schon mal hilfreich, sich das klarzumachen.

Frustfaktoren vermindern: Worüber genau ärgern sich die Mitarbeiter*innen? Oft geht es nach meinen Erfahrungen um Überlastung, schlechte Rahmenbedingungen, unklare Arbeitsaufträge etc. Nicht immer kann die Führungskraft diese Frustfaktoren aus dem Weg räumen oder lindern – aber manchmal eben doch. 

Interpretationen interpretieren: Ein möglicher Kunde ist weggebrochen, und der Mitarbeiter ist darüber frustriert. Sie als Chefin könnten diese Bewertung uminterpretieren und in neuem Licht zu sehen helfe. Zum Beispiel, in dem Sie den Mitarbeiter für sein Engagement loben, herausstellen, dass Rückschläge normal sind etc. 

Auf Ablenkendes ausweichen: Wer knietief in den eigenen Emotionen watet, für den kann Ablenkung durch die Führungskraft ein Segen sein – durch Humor, durch den Fokus auf andere Themen, die Erinnerung an frühere Erfolge oder oder oder. 

Unterdrückung unterstützen: Wir müssen nicht alle unsere Emotionen bis ins letzte ausagieren. Manchmal ist es auch hilfreich, das Grübeln, das Lamentieren, das Jammern mit einem schlichten "Stopp" zu beenden – bei mir selbst oder bei anderen.

Wenn Sie mehr wissen wollen

Hier einige Angebote von mir, wenn Sie mehr von mir zu positive Leadership hören, lesen, wissen, erleben wollen:

💪 Die Stärken besser kennen und nützen, mit Schwächen konstruktiver umgehen, bei mir und meinen Mitarbeitern: Darum geht's demnächst in meinem neuen Audiokurs. Schon jetzt hier anmelden!

🎧 Die aktuelle Folge meines Podcasts „Positiv Führen“ dreht sich darum, wie Chefinnen und Chefs Sinn-voller führen können – gerade aus, in, nach Krisen , sich selbst und andere. (Der Podcast und ich freuen uns übrigens über Abos und freundliche Bewertungen!). Auf den einzelnen Plattformen hier zu hören👇🏼

🎧 Apple Podcasts https://positiv-fuehren.com/appl

🎧 Spotify https://positiv-fuehren.com/spfy

🎧 Google Podcasts https://positiv-fuehren.com/ggl

🎧 Podcast Addict https://positiv-fuehren.com/podcastaddict

🎧 positiv-fuehren.com/podcast

🚀 Mein Gratis-E-Book „Mehr Glück im Job” – hier eintragen.

🖥 Hier lang zu meinen nächsten Webinar- und anderen Terminen.

Mit positiven Grüßen

Christian Thiele

P.S.: Sie machen das gut!


Christian Thiele: „Positiv führen in schwieriger Zeit“ (Haufe Verlag, Mai 2020)

Sei der Erste, der den Beitrag teilt!

Christian Thiele

ÜBER DEN AUTOR

Mehr Leistung, Freude, Gesundheit und Sinn, mit den Methoden der Positive Leadership: Darum geht es mir in meiner Arbeit als Coach, Trainer, Teamentwickler und Vortragsredner. Für Führungskräfte, Teams und Organisationen. Verliebt, verlobt und bald verheiratet mit Christiane. Vater. Skitourengeher.

Das könnte Ihnen auch gefallen: 

Exzellent führen – als IntrovertierteR

Exzellent führen – als IntrovertierteR

Mein Podcast „Positiv Führen“ – Folge 36, Positive Leadership und Nachhaltigkeit: Interview mit Dr. Kerstin Humberg

Mein Podcast „Positiv Führen“ – Folge 36, Positive Leadership und Nachhaltigkeit: Interview mit Dr. Kerstin Humberg

9 Dinge, die Sie vom – ja, ganz genau: Jobcenter Osnabrück über Positive Leadership und Positive Psychologie lernen können

9 Dinge, die Sie vom – ja, ganz genau: Jobcenter Osnabrück über Positive Leadership und Positive Psychologie lernen können
{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}
>