Burnout verstehen und verhindern als Führungskraft – Mini-Serie 3/4

CHRISTIAN THIELE

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"Worauf sind Sie als Führungskraft am meisten stolz?" Diese Frage habe ich neulich in einem Seminar gestellt. "Darauf, dass ich in 25 Jahren als Vorgesetzter keinen Mitarbeiter hatte, der an Burn-out erkrankt ist, obwohl es da einige Krisen zu bewältigen gab." Die Antwort hat mich sehr beeindruckt. Aber wie relevant ist der Einfluss von Führung auf das Risiko von Burn-out? "Nur Dein Chef kann Deinen Burn-out behandeln", hieß es neulich im "Atlantic". Stimmt das? In Teil 1 dieser Mini-Serie habe ich erklärt, was überhaupt unter Burn-out zu verstehen ist. Wie Burn-out als Führungskraft erkennen, bei mir selbst und bei anderen? Darum ging es in Folge 2. Thema hier und heute: Wie kann Führung Burn-out verhindern?

Burn-out verhindern als VorgesetzteR – 7 Tipps  

Über Burn-out Bescheid wissen: Führungskräfte sollten wissen, welche Anzeichen auf Burn-out hindeuten und diese erkennen können, bei sich und anderen.

Über den eigenen Einfluss auf Burn-out Bescheid wissen: In ihrem großartigen Buch "Beating Burn-out at Work" verweist Paula Davis auf eine Studie unter Ärzten, wonach unter besser bewerteten Führungskräften deutlich niedrigere Burn-out-Raten auftreten und deutlich höhere Zufriedenheitsraten im Job. Der Wiener Wirtschafts- und Organisationspsychologe Markus Ebner hat in einer Studie im Gesundheitswesen nachweisen können, dass

  • die Burnout-Gefährdung in Teams mit positiven Leaders – gemessen mit dem PERMA-Lead Profiler – weniger als halb so hoch lag wie in Teams mit wenig positiven Führungskräften

  • die Schlafqualität von Mitarbeitern unter positiven Führungskräften deutlich besser ist

  • Mitarbeitende weniger als halb so viel Alkoholkonsum angegeben wie bei Vertretern von positive Leadership

Autonomie ausbauen: Von der eigenen Führungskraft Freiräume eingeräumt zu bekommen über das Wie, Wo und Wann von Arbeit fördert die Selbstbestimmung – eines der zentralen Grundbedürfnisse, deren Erfüllung Burn-out entgegenwirkt.

Zugehörigkeit fördern: Einsamkeit in der Arbeit wirkt sich negativ auf die Arbeitszufriedenheit, die Leistung und die Teamdynamik aus und ist Studien zufolge ein signifikanter Burn-out-Treiber, und zwar vor allem im Rechtswesen, in Ingenieursberufen sowie in der Wissenschaft. Die Team-Identität, ein Gefühl des Miteinanders stärken: All das ist essentieller Teil von Führung. Speziell in immer virtuelleren und hybrideren Arbeitskontexten.

Kompetenzerleben stärken: Mitarbeitende sollten merken, dass sie vorankommen, dass sie Dinge gebacken bekommen, dass sie (Etappen-)ziele erreichen – Führung hat darauf enormen Einfluss. 

Sinn in der Arbeit vermitteln, ergründen, fördern: Menschen, die von sich sagen, dass sie weniger als 20 Prozent ihrer Arbeitszeit mit – für Sie (!!!) – sinnvollen Aufgaben verbringen, leiden laut Untersuchungen mit fast doppelt so hoher Wahrscheinlichkei an Burnout wie ihre Kollegen, die nahe oder über dieser Schwelle liegen. Was die/der eine oder andere als sinnvoll erlebt oder nicht, ist hochindividuell. Prof. Tatjana Schnell, eine der führenden Sinnforscherinnen unserer Zeit, macht vier Elememente von Sinn aus:

  • Kohärenz, also das Gefühl, dass etwa die im Privatleben wichtigen Werte auch in der Arbeit ausgelebt werden können;
  • Bedeutsamkeit meint die Erfahrung, dass das eigene Tun und Handeln etwas bewirkt und Einfluss hat;
  • Gerichtetheit/Orientierung ist das Wissen um das Wozu und Wofür bestimmter Handlungen;
  • und schließlich Zugehörigkeit.

Sie sehen vielleicht: Eigentlich gar nicht so schwer, als Führungskraft aktiv gegen Burn-out etwas zu tun, oder? In welchen Bereichen sind Sie schon gut? In welchen ist noch Luft nach oben? Vielleicht mögen Sie sich ja mit Ihren Mitarbeitenden zu diesen Themen austauschen. Was die Organisation insgesamt tun kann, um Burn-out entgegenzuwirken, davon handelt die nächste und letzte Folge. 

Wenn Sie mehr wissen wollen

Hier einige Angebote von mir, wenn Sie hören, lesen, wissen, erleben wollen:

🎧 Was bedeutet, welche Folgen hat und was tun gegen Burn-out als Führungskraft? Darum geht es in der aktuellen Folge meines Podcasts "Positiv Führen" – gemeinsam mit dem Psychologen und Burnout-Experten Lukas Entezami. (Der Podcast freut sich über Abos, Sternchen und freundliche Bewertungen auf Apple Podcasts – und ich mich gleich mit.)

⚙️ Burn-out erkennen, verhindern und vorbeugen als Führungskraft: Lukas Entezami und ich veranstalten im Oktober 2021 ein Zwei-Tages-Seminar dazu in Garmisch-Partenkirchen – hier geht es zur Anmeldung

🌮💡Für unseren – kostenlosen – Lunch&Learn zu dem Thema kann man sich hier anmelden

💪 Die Stärken besser kennen und nützen, mit Schwächen konstruktiver umgehen, bei mir und meinen Mitarbeitern: Darum geht's demnächst in meinem neuen Audiokurs. Schon jetzt hier anmelden!

📈 Mein Gratis-E-Book „Mehr Glück im Job” – hier eintragen.

🚀Mein neues nicht-kostenloses, nicht-E-Buch „Positiv führen für Dummies" (Wiley 2021), erhältlich ab Juni 2021, am besten beim Buchhändler des Vertrauens ordern.

🖥 Hier lang zu meinen nächsten Webinar- und anderen Terminen.

Mit positiven Grüßen aus Garmisch-Partenkirchen

Christian Thiele

P.S.: Sie machen das gut!

"Positiv führen für Dummies"

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Christian Thiele

ÜBER DEN AUTOR

Mehr Leistung, Freude, Gesundheit und Sinn, mit den Methoden der Positive Leadership: Darum geht es mir in meiner Arbeit als Coach, Trainer, Teamentwickler und Vortragsredner. Für Führungskräfte, Teams und Organisationen. Verliebt, verlobt und bald verheiratet mit Christiane. Vater. Skitourengeher.

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