Pausenkultur als ChefInnensache: 9 Tipps für produktivere Auszeiten

CHRISTIAN THIELE

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1. Pausen zur ChefInnensache machen! Die Studien sind unterschiedlich, die Ergebnisse immer wieder ähnlich: Die wenigsten Mitarbeiter fühlen sich von ihren Vorgesetzten zu Pausen ermutigt. Und die meisten ChefInnen leben zu selten Pausen vor, laut BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung  mehr als ein Drittel der Führungskräfte keine Pausen. Leben Sie selbst immer wieder Auszeiten vor, machen Sie Pausen zur Chefsache!

2. Nutzen von Pausen kennen: Wer früh und regelmäßig Pausen macht, ist motivierter, leistungsfähiger und kreativer, macht weniger Fehler, ist seltener krank, baut seltener Unfälle, ist besser gelaunt, schläft besser, hat seltener Kopfschmerzen – und und und

3. Pausenkultur checken: In den meisten Unternehmen werden zu wenig, zu hastige und ungesunde Pausen gemacht. Wie ist das bei Ihnen: Nehmen Ihre Teammitglieder sich Auszeiten – und zwar möglichst alle, und nicht ein paar wenige auf Kosten von anderen? Ermöglichen die Arbeitsabläufe Unterbrechungen? Gibt es dafür die richtige Infrastruktur, sprich Pausenräume, Vertretungsregelungen am Telefon oder was auch immer dafür bei Ihnen nötig sein mag? Gehen Sie dazu in den Austausch, mit der Belegschaft, der Personalabteilung, der Betriebsärztin etc.

4. Individuelle Pausenstrategie kultivieren: Eine gute Pausenkultur heißt nicht, dass Sie und/oder Ihr Team jeden Tag stundenlang Yoga machen, meditieren oder Grashalm kauend auf der Wiese liegen müssen. Auch ist nicht für jedeN jeden Tag jede Art von Pause gleich sinnvoll. Denn wenn es eine Faustregel für gutes Pausieren gibt, dann: Kontrast. Wer also den ganzen Vormittag am Schreibtisch gesessen hat, sollte in den Pausen aktiv werden, sei es mit Kniebeugen, sei es mit einem Spaziergang. Wer aber die ganze Zeit von A nach B flitzt, für den ist eine Ruhepause sinnvoller. Wer viel im Kontakt mit Kollegen/Kunden ist, die sollte immer wieder Kontaktpausen nehmen. Wer hingegen alleine vor sich hinarbeitet, dem bringt ein Anruf, ein Schwätzchen in der Teeküche – oder per Zoom – am meisten.

5. 52-17-Regel nutzen: Der Pausengong in der Schule, die Werkssirene, all das hat seinen Sinn. Planen Sie Pausen, und wenn Sie sich nur per Siri einen Timer für, sagen wir, 45 Minuten stellen, in denen Sie am Projektbericht, an der Präsentation oder was auch immer ackern – und dann eine kurze Pause machen. Übrigens: Laut einer lettischen Studie an Bildschirmarbeitern heißt der effektivste Pausenrhythmus 52 Minuten Arbeit, dann 17 Minuten Unterbrechung. 

6. Fokusübungen machen, Atemregulierung, Meditation oder wie auch immer Sie das nennen wollen: Vor allem wer hektische, belastende, konfliktreiche Arbeit leistet, sollte immer wieder Geist und Seele beruhigen. Dazu hilft zum Beispiel folgende Übung, über die ich neulich auf meinem Blog geschrieben habe.

7. Für die Augen im 20-20-20-Takt arbeiten: Besonders wenn wir am Bildschirm arbeiten, brauchen unsere Augen regelmäßig Pause. Eine Faustregel lautet: 20 Minuten Arbeiten, dann 20 Sekunden lang etwas anschauen, das mindestens 20 Fuß weit weg ist, also ca. 6 Meter. Eine Übung für Augenpausen ist das so genannte Palmieren: Sie legen die Hände um/auf die Augen und machen ansonsten für eine Minute lang einfach mal

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nix.  

8. Die inneren Pausenbremser kennen: „Streng Dich an“, „Sei schnell“, „Mach’s allein“, „Sei stark“, „Mach’s allen Recht“. Solche oder ähnliche Glaubenssätze, explizit oder implizit ausgesprochen, kennt wahrscheinlich jedeR von uns. Und sie sind auch erstmal nicht ganz verkehrt, denn sie haben uns, gerade als Führungskräfte, ja auch weit gebracht. Gleichzeitig können uns diese Antreiber an vielem hindern, können zum Beispiel echte Pausenbremser sein. Was sind Ihre Antreibersätze? Und wie können Sie diese durch für Sie passende Erlaubersätze ergänzen (zum Beispiel: „Ich darf auch mal langsam sein“ zu „Sei schnell!“ oder „Ich darf auch mal abgeben und um Hilfe bitten“ statt „Mach’s allein!“)?

9. Nicht weitermachen: Vom Schreibtisch zur Pause aufstehen, und dann am Handy Dienstgespräche führen, auf dem Weg zur Kantine, in der Kaffeteria und nochmal auf dem Rückweg – das ist eigentlich nicht der Sinn von Auszeiten. Meiden Sie in den Ruhezeiten möglichst alles, was mit Arbeit zu tun hat. Sonst können Sie eigentlich gleich durcharbeiten.

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Mit positiven Grüßen

Christian Thiele

P.S.: Sie machen das gut!

Christian Thiele: „Positiv führen in schwieriger Zeit“ (Haufe Verlag, Mai 2020)

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Christian Thiele

ÜBER DEN AUTOR

Mehr Leistung, Freude, Gesundheit und Sinn, mit den Methoden der Positive Leadership: Darum geht es mir in meiner Arbeit als Coach, Trainer, Teamentwickler und Vortragsredner. Für Führungskräfte, Teams und Organisationen. Verliebt, verlobt und bald verheiratet mit Christiane. Vater. Skitourengeher.

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