Stärken stärken im Job – Serie, Teil 1

CHRISTIAN THIELE

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Was Stärken sind und welche es gibt

Stärken erkennen, nützen, ausbauen, bei mir und meinen Mitarbeitern: Darum geht’s in dieser Serie. Heute in Teil 1: Was sind überhaupt Stärken, was nicht – und welche gibt es?

Wollt Ihr Euren Partner, Eure Mitarbeiter oder Euch selbst mal richtig verlegen machen? Dann fragt sie – oder Euch – nach den eigenen Stärken. „Puh, ähhh, Schwächen fallen mir gleich ein, aber Stärken?“ – „Das ist jetzt aber eine knifflige Frage!“ – Kicherkicher, räusperräusper, rotwerdrotwerd: Das sind so die typischen Reaktionen auf diese Frage.

Die Schwäche mit den Stärken

Warum fällt es uns so schwer, unsere Stärken zu erkennen und zu benennen?

  • Wir sind sozialisiert auf Bescheidenheit, durch Schule, Chefs, Optimierungsbücher – viele und BeraterTrainerCoaches, die mit Schwächenfokus ihr Geld verdienen...
  • Wir sind „blind“ für die eigenen Stärken, sie liegen in unserem toten Winkel, sind uns selbstverständlich
  • Wir alle haben einen eingebauten Negativ-Fokus: Das Denken in Gefahren, Problemen, Defiziten wirkt schneller, stärker und nachhaltiger auf unser Gehirn als das Bewusstwerden von Gelungenem, Gelingenden und Chancen. War evolutionär hilfreich im Kampf gegen den Säbelzahntiger – macht uns aber heute oft das Leben schwer
  • Wir leiden daher häufig mehr an unseren Schwächen/Problemen, als dass wir uns an Erfolgen/Leistungen freuen können
  • Wir glauben – fälschlicherweise –, dass unser größtes Entwicklungspotenzial die Schwächen sind

Ich will das ändern, in meiner Arbeit als Vortragsredner, Teamentwickler, Trainer, Coach und Autor. Vor allem aber will ich dazu beitragen, dass Ihr das ändert, für Euch selbst, für Eure Mitarbeiter, für und mit Euren Partnern, Freunden, Kindern. Den Fokus zu richten von what’s wrong with me zu what’s strong in me. Denn Stärken stärken stärkt, auf viele unterschiedliche Weisen. Wer stärkenorientiert lebt, arbeitet und führt, ist erfolgreicher, glücklicher, weniger gestresst. Aber dazu mehr in der nächsten Folge.

Was Stärken sind

Wenn Ihr auf die Frage nach Euren Stärken ins Stottern kommt, seid Ihr nicht alleine: Rund zwei Drittel der Menschen sagen in Befragungen, dass sie ihre Stärken nicht kennen. Und die, die ihre Stärken kennen, irren sich auch noch meistens. Denn Stärken sind nicht oder nicht nur das, was wir gut können. Stärken sind Muster an Gedanken, Empfindungen, Verhaltensweisen, die

  • uns leicht fallen, Energie geben, bei denen wir Zeit und Raum vergessen
  • uns Leistung/Erfolge ermöglichen, für die wir gelobt werden
  • mit unserem „echten Selbst“ verbunden, zentral für unsere Identität sind

Wenn wir also zum Beispiel wahnsinnig gut strukturiert sind und Excel-Tabellen tipptopp entwickeln und bauen können, uns das aber jedes Mal wahnsinnig viel Mühe und Kraft kostet und wir über die eigene Strukturiertheit insgeheim den Kopf schütteln und an Messbarkeit und Zahlen sowieso nicht wirklich glauben: dann wäre das keine Stärke, sondern nur erlerntes Verhalten.

Was Stärken nicht sind

  • Erlerntes Verhalten ist also etwas, was wir gut können, mehr oder weniger häufig nützen, aber uns eher Energie zieht als gibt. Für ein zufriedeneres, glücklicheres (Arbeits-)Leben könnte es sinnvoll sein, dieses erlernte Verhalten eher zu reduzieren als zu stärken.

  • Stärken sind, auch wenn sie übertrieben sind, keine Schwächen. Wenn wir uns uns selbst als Segelboot vorstellen, dann sind die Stärken der Wind, der in das Segel pustet. Und Schwächen sind das Leck. Ist das Leck zu groß, hilft der ganze Wind in den Segeln nichts. Aber ist das Leck gestopft, kommt das Boot nicht schon alleine dadurch ins Fahren. Es braucht schon den Wind und die Segel! (Dieses schöne Bild ist von Robert Biswas-Diener!)

  • Weitere mehr oder weniger enge Verwandte von Stärken:

    • Werte 
      (was mir wichtig ist)
    • Erfahrungen
       (was ich hinter mir habe)
    • Ziele
      (wo ich hin will)
    • Kompetenzen
       (was ich kann)
    • Ressourcen
      (was mich stärkt)
    • Interessen
      (was mich fasziniert)

    Welche Stärken gibt es?

    (Praktisch) jeder von uns hat zwei Augen, zwei Ohren, zwei Hände – und doch gleicht kein Auge komplett einem anderen, ist jedes Ohr verschieden, ist jeder Fingerabdruck einmalig.

    So ähnlich ist es mit den Stärken: JedeR von uns hat ihre/seine eigene Konfiguration aus Können, Talenten, Stärken. Jeder von uns benennt sie ein wenig anders, für die eine ist es eher "Präzision", was sie ausmacht, für den anderen "Genauigkeit", für die übernächste "Korrektheit" etc. Und jede Kultur hat auch ihre eigenen Stärken: Der Bayer spricht von "Schneid", wenn er von einer Mischung aus Mut, Ehrlichkeit, Trotzigkeit spricht; der Finne von "Sisu", wenn er entschlossenes, stoisches, selbstgewisses Durchhaltevermögen meint; und die jiddische "Chutzpe" ist eine Mischung aus Schläue, Charme, Dreistigkeit und Penetranz. Wir können Stärken nach unterschiedlichen Kategorien gruppieren, z.B. nach Handeln/Denken/Fühlen, nach selbstbezogen/bezogen auf andere, nach Kommunikation/Verbindung etc. Hier eine kleine Auflistung:

    Wie wir Stärken erkennen und nutzen können, für uns selbst, mit anderen, und was das bringt – dazu mehr in den nächsten Folgen

    Podcast "Positiv Führen"

    In meinem Podcast „Positiv Führen“ geht es ab 13. Februar auch um Stärken – am besten ​jetzt schon hier abonnieren, liken, sharen etc. 

    Und wenn Ihr Feedback, eine Frage oder sonstwas für mich habt – gerne mailen! 

    Ciao, Servus, bis bald

    Christian

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    Christian Thiele

    ÜBER DEN AUTOR

    Mehr Leistung, Freude, Gesundheit und Sinn, mit den Methoden der Positive Leadership: Darum geht es mir in meiner Arbeit als Coach, Trainer, Teamentwickler und Vortragsredner. Für Führungskräfte, Teams und Organisationen. Verliebt, verlobt und bald verheiratet mit Christiane. Vater. Skitourengeher.

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