Positive Führung ein-, aus- und durchführen: ein paar Ahas und Öhas von VERBUND

CHRISTIAN THIELE

0  KOMMENTARE

Beim großen österreichischen Energieversorger VERBUND sind sie für die Einführung von Positive Leadership zuständig: Pia Schubaschitz, Abteilungsleiterin Personalservices, und Damir Trtanj, Leitung Operations und Controlling. In der aktuellen Folge meines Podcasts „Positiv Führen“ (https://positiv-fuehren.com/podcast/) habe ich sie zur Aus-, Durch- und Einführung von Positiver Führung befragt. Hier die aus meiner Sicht wichtigsten Ahas und Öhas:

Positive Leadership ≠ Happy Leadership: Es wäre ein Missverständnis, dass Positive Leadership keine Grenzen setzen, keine Konflikte ansprechen, nicht mal Stopp sagen darf! Authentisch, passend, stimmig: So sollte positive Führung klingen und wirken. Clowneskes Süßholzgerasple ist keine Positive Führung. Die Frage ist nur, wie sehr der Fokus auf das Negative geht. 

Zahlen, Daten, Fakten - viel, aber nicht alles. Gerade in sehr Wissens- und Expertiselastigen Organisationen spielen die nachweisbaren Kennzahleneffekte von Positive Leadership (sinkende Fluktuation, niedrigere Burnout-Raten, höhere Zuversicht in Change-Prozessen etc.) zwar eine Rolle. Aber Positive Leadership darf sich nicht darauf beschränken. 

Roter Teppich? Nicht bei allen. Nicht alle sind sofort - oder später - begeistert von Positiver Führung, sie muss erlebbar gemacht werden und kann nicht nur kognitiv vermittelt werden. Bodo Janssen etwa schreibt, dass zunächst ein Großteil seiner Führungskräfte das Unternehmen verlassen hatte, als er von einer reiner Wertschöpfungs- zu einer Wertschätzungskultur übergegangen ist. Mit Positive Leadership tun sich manche leichter als andere. 

Verhalten plus Haltung. „Welche Tools gibt es denn noch für Positive Leadership, was kann ich ab morgen machen?“ Das werde ich oft gefragt. Und ja, es gibt viele Tools und Tipps, die wirken. Aber positive Leadership ist vor allem eine Haltung, zu mir, zu den Mitarbeitenden, ein systematisches Hinschauen auf das was wirkt und gut läuft statt dem sonst häufig üblichen Defizitfokus - und aus dieser Haltung ergibt sich konkretes Verhalten dann häufig eh wie von selbst. 

Gute Führung braucht Übung und Raum. Für ihre wichtigste Aufgabe haben Führungskräfte häufig am wenigsten Zeit, vor lauter operativen und Tagesthemen, vor allem, wenn sie erst vor kurzem aus dem Team in die Vorgesetztenrolle befördert worden sind. Toll also, wenn es wie in einer Schulklasse regelmäßige Leadership-Impulse für die Führungskräfte gibt! 

Der Erfolgsmontag kann ein kleiner, aber wirksamer Shift hin zum positiven Führen sein: ChefIn startet den Jour Fixe zum Wochenstart mit der Frage: „Was ist gut gelaufen letzte Woche, worauf könnt Ihr stolz sein?“ Noch besser, wenn sie/er dann auch mit positivem Beispiel vorangeht. Stärkt die positiven Emotionen, lenkt auch den Blick auf die kleinen Schattenfortschritte. Und danach darf gern wieder gemosert, kritisiert, optimiert werden - das läuft dann häufig um so konstruktiver (und kürzer…)

Unterschiedliche Ebenen, ähnliche Sorgen: In vielen Organisationen wird sehr penibel drauf geachtet, dass ja die Teamleiter nicht mit den Bereichsleiterinnen in einem Seminar sitzen, die Abteilungsleitungen auf gar keinen Fall gemeinsam mit den Directors etc. Das mag sinnvoll sein, aber es hat eben auch enorme Kraft, wenn die Führenden über die Hierarchieebenen hinweg gemeinsam in den Austausch gehen. Es kann das gemeinsame Verständnis von Leadership stärken und zu dem Schluss führen: Soooooo unterschiedlich sind unsere Herausforderungen gar nicht.

Unterstützung von ganz oben ist irgendwann unablässlich, wenn man Positive Leadership in Organisationen einführen will. Zwar lässt sich grassroots-mäßig und subversiv viel von unten einführen - aber das Vor-Bild von oben hilft dann irgendwann schon enorm, wenn Positive Leadership in die Unternehmenskultur einfließen soll.

Es braucht Geduld. Von heute auf morgen ändert sich keine Firmen- und Führungskultur, in einem Jahr die zufriedensten Mitarbeitenden und die höchsten Kununu-Werte haben, das wird nicht funktionieren. Und gleichzeitig lassen sich kleine Hacks von heute auf morgen einführen - am besten jetzt gleich!

Viel Gelingen, Gaudi und Glück dabei!

P.S.: Ihr macht/Sie machen das gut!

Haufe: Positiv führen. Stärken erkennen und nutzen.

Sei der Erste, der den Beitrag teilt!

Christian Thiele

ÜBER DEN AUTOR

Mehr Leistung, Freude, Gesundheit und Sinn, mit den Methoden der Positive Leadership: Darum geht es mir in meiner Arbeit als Coach, Trainer, Teamentwickler und Vortragsredner. Für Führungskräfte, Teams und Organisationen. Verliebt, verlobt und bald verheiratet mit Christiane. Vater. Skitourengeher.

Das könnte Ihnen auch gefallen: 

Was Job Crafting ist und bringt und wie es geht: mein Podcast „Positiv Führen“ – Folge 46, mit Elisa Lopper

Was Job Crafting ist und bringt und wie es geht: mein Podcast „Positiv Führen“ – Folge 46, mit Elisa Lopper

Mein Podcast „Positiv Führen“ – Folge 45, Positive Leadership beim Energieversorger ein- und ausführen – Pia Schubaschitz und Damir Trtanj von VERBUND

Mein Podcast „Positiv Führen“ – Folge 45, Positive Leadership beim Energieversorger ein- und ausführen – Pia Schubaschitz und Damir Trtanj von VERBUND

Psychologisches Kapital (PsyCap) nutzen als Führungskraft – 7 Dinge, die Sie wissen sollten

Psychologisches Kapital (PsyCap) nutzen als Führungskraft – 7 Dinge, die Sie wissen sollten
{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}
>