Miteinander mehren – Serie „Mehr Glück im Job, gerade jetzt“, Teil 3

CHRISTIAN THIELE

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Die Menschin und der Mensch ist vor allem ein Sozialwesen. Unser Gehirn, unsere Nervenstruktur, unser komplettes Betriebssystem ist viel mehr auf Kooperation, Austausch, Anerkennung angelegt, als das noch bis vor wenigen Jahren für möglich gehalten wurde. Die enormen Erkenntnisse von Medizinern, Biologen, Hirnforschern, die unter anderem durch bildgebende Verfahren und digitale Datenverarbeitung in den letzten 20, 30 Jahren gewonnen werden konnten, bestätigen dies. Und die Alltagserfahrung: Jede und jeder von uns, der in diesen Tagen der sozialen Distanzierung darauf verzichten muss, die Eltern, die Kollegen, die Freunde zu treffen und zu umarmen, weiß, wie buchstäblich schmerzhaft sich das anfühlt. Wie also können Führende soziale Verbindungen stärken, für sich selbst, zur und innerhalb der Belegschaft, zur Außenwelt der Organisation? Darum geht es hier. Diesmal in Form von ein paar – Dutzend – Fragen.

In der Serie „Mehr Glück im Job“ will ich Führungskräften Tipps aus der Positiven Leadership an die Hand geben. Für mehr Leistungsfähigkeit, Miteinander, Sinnerleben und Freude, in der Arbeit und im Leben. Für Sie selbst, Ihre Mitarbeiter, Ihre Organisation. Auf wissenschaftlicher Grundlage – und doch ganz alltagspraktisch. Ich orientiere mich dabei am PERMA-Modell von Martin Seligman, dem Begründer der Positiven Psychologie. In Folge 1 ging es um das Kultivieren positiver Emotionen, in Folge 2 um das Engagement. Thema hier und heute: die dritte Strategie für mehr Wohlbefinden gemäß PERMA, erfüllende Beziehungen.

Meine Verbindungen vertiefen

  • Welche Verbindungen und Kontakte tun mir gut? Welche fehlen mir gerade besonders? Wie kann ich diese direkten Kontakterfahrungen kompensieren, durch Erinnerungen, den Austausch von Postkarten, Videonachrichten o.ä.?
  • Wie kann ich virtuellen Kontakt möglichst reichhaltig und nahrhaft gestalten? Mit wem will ich mich mal auf ein Bier per Zoom verabreden, einen Kaffee per Skype, ein Video-Workout?
  • Einen virtuellen Lesezirkelgründen, die Band wieder zusammenkommen lassen über Zoom, die Schafkopfrunde per Skype: Welche anderen Ideen habe ich, die für mich funktionieren könnten und meine sonstigen Runden ein Stück weit wiederbeleben können?
  • Wie erlebe ich die berufliche soziale Isolation, die viele andere Führungskräfte jetzt auch betrifft? Mit wem könnte ich mich über welche Kanäle austauschen, wer könnte in einer ähnlichen Lage sein wie ich?

Meinen Draht zu den Mitarbeitern halten und stärken

  • Wie kann ich den Kontakt mit meinen Mitarbeitern trotz Krise, Ängsten, sozialer Distanzierung konstruktiv und lebendig halten?
  • Wie viel muss per Mail oder Telefon geklärt werden, wo wären emotional reichhaltigere Kanäle wie Videokonferenzen etc. möglich und sinnvoll?
  • Wie viel will ich und kann ich und muss ich von den Befindlichkeiten meiner Mitarbeiter in der aktuellen Lage wissen? Habe ich eine Vorstellung davon, wie sie arbeiten, wie sie die Versorgung von möglicherweise kranken Angehörigen, Kinderbetreuung, Einrichtung des Home Office etc. bewältigen?
  • Wie viel gebe ich von meinen eigenen Ängsten, Sorgen, Bedenken und Herausforderungen Preis? Wie sehr zeige ich mich als Mensch statt nur als Führungskraft? Wo biete ich Hilfe an? Wo frage ich um Hilfe und Rat? Wie leicht oder schwer fällt es mir, Hilfe anzunehmen?
  • Was kann ich warum und wie an wen delegieren? Und wie wird das Abgeben zum Vertrauensbeweis statt zur Pflichtaufgabe?
  • Was kann und will und könnte ich meiner Belegschaft in dieser außerordentlichen Situation an Gutem tun, Gutscheine für Essenslieferungen, vernünftige Ausstattung für das Home-Office, Taxi Gutscheine oder Ähnliches?
  • Wen habe ich gestern gelobt, bei wem habe ich mich bedankt? Bei wem will ich mich morgen bedanken, bei wem jetzt gleich?
  • Welche Kritik muss sein? Wie hart muss und will ich sie ausfallen lassen?

Den Teamgeist kräftigen

  • Was tue ich, um das Miteinander meiner Mitarbeiter zu stärken und zu fördern? Was kann ich tun, damit digitale Kochabende, virtuelle Feierabendbiere, Zoom-Kaffepausen, Skype-Geburtstagsparties etc. gelebt werden?
  • Wie kann ich, wie können wir virtuelle Arbeitsgruppen, Mentorings oder andere Formen von Kooperation in der Arbeit selbst ermöglichen und fördern?
  • Wie viel Raum geben wir in Meetings, Konferenzen dem Zwischenmenschlichen – neben Zahlen, Daten, Fakten?
  • Wie will und kann ich Positives und Erfolgsmeldungen an meine Mitarbeiter sichtbar machen – neben dem Mahlstrom an Negativ-Nachrichten?
  • Wie klar sind meinen Mitarbeitern ihre Aufgaben und Zuständigkeiten – und ihre Nicht-Aufgaben und Nicht-Zuständigkeiten?
  • Wie klar sind meinen Mitarbeitern die gemeinsamen Ziele, das Wofür unseres Teams, unserer Organisation? Wie kann ich bei allen für mehr Know-Why sorgen, vielleicht durch das Weitergeben von Lob von außen, die Erinnerung an anderen schwierige Situationen in der Firmengeschichte o.ä.?
  • Welche Prozesse und Abläufe nerven die Mitarbeiter, welche davon können zumindest provisorisch aufgehoben oder erleichtert werden?
  • Welche Konflikte müssen auch jetzt und gerade jetzt angegangen werden? Wo kann die Belegschaft das selbst tun, wo braucht es meine Hilfe, wo ist vielleicht ein externer Coach oder Mediator wichtig?
  • Welche emotionalen Übertreibungen sind in der jetzigen Lage hinnehmbar und verzeihlich?

Das gesellschaftliche Wir fördern

  • Was kann ich in meinem Viertel, in meiner Gemeinde, in meinem digitalen Netzwerk für mehr Miteinander tun?
  • Wie will ich, dass unser Unternehmen, meine Organisation in der Gesellschaft gesehen wird? Von Blutspenden über Gutscheine bei lokalen Restaurants und Händlern über Hilfsaktionen bis hin zu Spenden für Menschen in akuter Not: Welchen Beitrag könnte unser Unternehmen dazu leisten? Wie will und kann ich dafür werben?
  • Was heißt für mich, für meine Organisation in diesen Zeiten „unternehmerischer Anstand“? Wie will ich diesen in meinem und unserem Umgang mit Kunden, Partnern, Lieferanten leben? 

Wenn Sie mehr wissen wollen

Hier einige Angebote von mir, wenn Sie zu positive Leadership mehr wissen, erfahren, erleben wollen:

  • In der aktuellen Folge meines Podcasts „Positiv Führen“ geht es um „Mehr Glück im Job".
  • Mein Gratis-E-Book zum selben Thema kommt bald – gerne dafür schon jetzt anmelden.
  • Und in den nächsten Wochen laufen wieder einige Webinare und Seminare zu Positive Leadership – teilweise gratis.
  • Natürlich stehe ich für Online-Coachings zur Verfügung – meine Auftakt-Sitzungen sind aktuell kostenlos.

Mit positiven Grüßen

Christian Thiele

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Christian Thiele

ÜBER DEN AUTOR

Mehr Leistung, Freude, Gesundheit und Sinn, mit den Methoden der Positive Leadership: Darum geht es mir in meiner Arbeit als Coach, Trainer, Teamentwickler und Vortragsredner. Für Führungskräfte, Teams und Organisationen. Verliebt, verlobt und bald verheiratet mit Christiane. Vater. Skitourengeher.

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