Helfen hilft den Helfern: Was Random Acts of Kindness sind und bringen

CHRISTIAN THIELE

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„Freundlichkeit“, hat Mark Twain mal geschrieben, „ist jene Sprache, die auch die Tauben hören und die Blinden sehen können“. Oder, wer es prosaischer haben will: „Schöne Worte machen schöne Lippen“, soll Audrey Hepburn mal gesagt haben. 

Es gibt nämlich noch diesen anderen Virus, der sich gerade ausbreitet: Viele kreative Ideen von Hilfsbereitschaft, Unterstützung, Freundlichkeit. Dinge, mit denen Menschen anderen Menschen helfen. Und sich selbst einen Gefallen tun! Darum geht es nämlich bei den RAOKs, den „Random Acts of Kindness“. Eine Übung aus der Positiven Psychologie, an die wir uns gerade in Corona-Zeiten erinnern sollten. Für Führungskräfte – und alle anderen.

Was?

Eine „zufällige Nettigkeit" (der englische Fachbegriff heißt „Random Acts of Kindness“, abgekürzt RAOKs) bedeutet, dass Sie schlicht und einfach einer Person etwas selbstlos Gutes tun, die Sie ein wenig Aufwand kostet – aber nicht zwingend allzu viel. Ein kleiner – oder großer – Liebesdienst quasi, eine Aufmerksamkeit, eine nette Geste. Das muss nicht immer die große Tat, das Riesenopfer sein – es reicht auch eine kleine Idee mit großem Herzen!

Warum?

Positive Emotionen wie Freundlichkeit, Dankbarkeit, Gelassenheit, Verbundenheit etc. fühlen sich nicht nur schön an. Sondern, belegt die US-Psychologin Barbara Fredrickson mit ihrer Forschung zum „Broaden and Build“-Modell, fördern unsere kognitiven und sozialen Fähigkeiten. Sie wettern auch, das ist der so genannte Undoing-Effekt, Zorn, Angst und andere negative Gefühle ab und stärken unsere Resilienz, mit ihnen konstruktiv umzugehen. 

In Studien konnten Fredrickson und andere Forscher nachweisen, dass RAOKs auf unterschiedliche Arten unser Wohlbefinden stärken: Sie stärken unsere eigene Dankbarkeit, lösen die Ausschüttung von Dopamin, Oxytocin und anderen Glücks-Botenstoffen in unserem Gehirn aus („Helpers' high“), senken unser Stresslevel.

Wie?

Je nach Aufwand kann eine zufällige Nettigkeit wenige Minuten dauern – oder sich über Stunden oder gar Tage hinziehen. Wichtig dabei ist, diese RAOKs auch für sich selbst festzuhalten und zu würdigen. Hier eine völlig unvollständige Liste an Ideen:

  • eine Tüte Gummibärchen für den Pizza-Ausfahrer 
  • dem Nachbarn einen Gutschein für ein Eis unter die Tür legen
  • ein herzliches, ernstgemeintes Kompliment
  • an eine Hilfsorganisation spenden
  • ein bezahltes, uneingelöstes U-Bahn-Ticket im Automaten liegen lassen
  • Postkarten oder Grußschreiben an Freunde, Bekannte, Kollegen schicken – mit oder ohne Schokolade, mit oder ohne Nennung des eigenen Namens
  • ein echtes, freundliches Dankeschön, per Mail, per WhatsApp oder wie auch immer an die hilfreiche Kollegin
  • Blutspenden gehen
  • einen Kasten Limo/Bier oder ähnliches in der Arztpraxis, an der Klinikpforte abgeben – oder bei wem auch immer Sie für systemrelevant halten
  • einen Song verschenken oder sharen – denn Musik macht uns laut Studien kreativer, leistungsfähiger, fröhlicher
  • einen bezahlten, ausgefüllten Lottoschein unter die Scheibenwischer eines fremden (möglichst klapprigen) Autos klemmen 
  • in der Eisdiele zwei Kugeln für die nächste Person in der Schlange bezahlen (die Napolitaner haben dafür sogar einen eigenen Begriff: den Caffè sospeso)
  • Wer möchte, kann auch ein eigenes RAOK-Tagebuch führen oder die RAOKs im Kalender oder in einer Notizdatei festhalten

Wenn Sie mehr wissen wollen

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Mit positiven Grüßen

Christian Thiele

P.S.: Sie machen das gut!

Christian Thiele: „Positiv führen in schwieriger Zeit“ (Haufe Verlag, Mai 2020)

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Christian Thiele

ÜBER DEN AUTOR

Mehr Leistung, Freude, Gesundheit und Sinn, mit den Methoden der Positive Leadership: Darum geht es mir in meiner Arbeit als Coach, Trainer, Teamentwickler und Vortragsredner. Für Führungskräfte, Teams und Organisationen. Verliebt, verlobt und bald verheiratet mit Christiane. Vater. Skitourengeher.

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